Patisandhi Citta – das nächste Leben entsprechend dem Gathi

1. Der Übergang eines Lebensstroms von einer Existenz (Bhava) zu einer anderen findet während des letzten Citta Vithi im aktuellen Bhava statt, z.B. von einem Menschen zu einem Tier oder einer Deva. Für eine grundlegende Beschreibung dieses Prozesses siehe Cuti-Patisandhi – Abhidhamma-Perspektive.

  • Hier wollen wir uns ansehen, wie verschiedene Arten von Kamma und Gathi zu entsprechenden Wiedergeburten in verschiedenen Reichen führen.

2. Alle 10 Arten von Akusala Kamma werden mit 12 Arten von Akusala Citta ausgeführt.

  • Nur die 5 akusala cittā mit falschen Sichtweisen (micchā diṭṭhi) oder vicikicca bewirken Wiedergeburt in den Apāyā. Diese führen zu nur einem Patisandhi Vipaka Citta und das wird Akusala Vipaka Upekkha Santirana Citta genannt. Diese Art von Citta erlebt der/die Sterbende, wenn Wiedergeburt in den Apaya bevorsteht.
  • Die zwei auf Hass/Abneigung (patigha) basierenden akusala citta entstehen nicht mehr ab der Anagami-Stufe. Die restlichen 5 akusala citta stoppen erst auf der Arahant-Stufe. Das macht zusammen 12 akusala citta.

3. Dieses Patisandhi Citta kann jedoch Wiedergeburt in unzählbarer Anzahl von „Bhava“ in den vier unteren Reichen bewirken. Im Tierreich selbst gibt es unzählige Varianten.

  • Das Gathi bestimmt also den „Geburtsort“. Sobald das Schicksal durch ein Akusala-Kamma in einem der vier unteren Reiche feststeht, besteht der nächste Schritt für die Natur darin, „Gathi mit Gathi“ abzustimmen. Eine gierige Person wird wahrscheinlich mit einer Geburt im Peta-Reich (hungrige Geister) gleichgesetzt, und eine wirklich bösartige Person wird wahrscheinlich zur Hölle (niraya) gehen.

4. Betrachten wir nun, wie Wiedergeburt gemäß einem Kusala-Kamma stattfindet. Die Verdienste eines Kusala Kamma werden ERHÖHT, wenn es ohne Moha getan wird, d.h. ohne Micca Ditthi (oder zumindest mit weltlichem Samma Ditthi).

  • Von den 8 Maha Kusala Kamma (große verdienstvolle Taten) werden 4 mit Wissen (amoha) getan (zusätzlich zu alobha und adosa, d.h. Großzügigkeit und liebevolle Güte). Da sie alle drei Kusala-Wurzeln enthalten, werden sie tihetuka genannt (thi bedeutet „drei“ und hethu bedeutet „Wurzeln/Ursachen“). Sie führen zur besten Art von Wiedergeburt, genannt tihetuka patisandhi oder „Wiedergeburt mit drei guten Wurzeln“.
  • Die anderen 4 Maha Kusala Kamma werden mit Alobha und Adosa getan, aber ohne weltlichem oder lokottara Samma Ditthi. Das daraus resultierende Kamma Vipaka führt zu dvihetuka patisandhi oder „Wiedergeburt mit zwei guten Wurzeln“. Sie führen auch zur Geburt in den Reichen 5 bis 11 (d.h. im Menschen oder Deva-Reich), aber sie werden weniger kammische Energie für diese Geburt haben.

5. Nur diejenigen mit tihetuka patisandhi können Magga Phala und Ariya Jhana in diesem Leben erlangen. Denjenigen mit dvihetuka patisandhi fehlt es an notwendiger Weisheit (aber das ist KEIN Buchwissen). Sie können Fortschritte machen und die notwendigen Verdienste erwerben, um ein zukünftiges tihetuka patisandhi zu haben. Aber es ist unmöglich zu sagen, wer tihetuka oder dvihetuka patisandhi hat, nur ein Buddha ist dazu fähig.

  • Es gibt noch ein Patisandhi Citta, das von einem schwachen Maha Kusala Kamma aus möglich ist. Dies ist auch ein Kamma, das ohne Wissen, aber auch mit wenig Enthusiasmus getan wird. Es ist das kusala vipaka upekkha santirana citta und bedeutet „Wiedergeburt ohne gute Wurzeln“ bzw. ahetuka patisandhi. Aufgrund mangelnder Begeisterung sind hier die zwei guten Wurzeln schwach (zum Beispiel beteiligen sich manche Menschen an verdienstvoller Arbeit, nur weil andere es tun oder weil sie keine Wahl haben).
  • Solch ein ahetuka patisandhi kann nur zu Geburten im Menschen- oder im unteren Deva-Reich führen. Eine solche Geburt ist vergleichsweise leicht zu erkennen (aber nicht immer): Menschen mit ahetuka patisandhi haben einen niedrigen IQ, können bei der Geburt blind oder taub oder schwer behindert sein.
  • Solche Mängel können jedoch auch aufgrund von Problemen im Mutterleib auftreten (wenn die Mutter drogenabhängig ist oder während der Schwangerschaft eine Krankheit hatte). Deshalb begegnen Sie in manchen Fällen Menschen mit oben genannten Merkmalen, die aber recht intelligent sind. Sie sind nicht mit einem ahetuka patisandhi geboren und könnten Buddha Dhamma lernen und/oder Jhana erreichen.

6. Es gibt also nur 1 Patisandhi Citta aufgrund der 10 Akusala Kamma (von 12 akusala citta) und 9 mögliche Patisandhi Citta aufgrund der 8 Maha Kusala Kamma gibt.

  • Die verbleibenden Patisandhi Citta führen zur Wiedergeburt im Brahma Loka (16 Rupa Loka und 4 Arupa Loka). Diese entstehen aufgrund jhanischer Zustände: Wiedergeburt im Rupa Loka ist auf die 5 Rupa Jhana zurückzuführen und Wiedergeburt in den 4 Arupa Loka auf die 4 Arupa Jhana.

7. Daher gibt es nur 19 Patisandhi Citta, die zur Wiedergeburt irgendwo in den 31 Reichen führen. Es gibt unzählige Arten von Lebewesen und der Unterscheid zwischen ihnen liegt im Gathi. Jede Spezies hat ihren eigenen „Charakter“: Selbst innerhalb einer Spezies gibt es Unterschiede im Gathi. Zum Beispiel können Hunde angriffslustig oder auch kuschelig sein.

  • In den Tagen des Buddha fragten Verwandte eines Verstorbenen: „Was ist das Jathi und was ist das Gathi der neuen Geburt?“ In diesen Tagen haben wir nicht den Buddha, der es uns sagen könnte. Wenn man die Sotapanna-Stufe erreicht, werden alle Gathi, die mit Existenz in den Apaya übereinstimmen, dauerhaft entfernt (Hass, Gier, Unwissen auf hohem Niveau).
  • Auf der Sakadagami-Stufe wird die Vorliebe für einen „dichten Körper“ entfernt („dicht“ um Sinnesfreuden zu genießen). Solch ein „dichter Körper“ kann krank werden. Ein Sakadagami wird nicht mehr im Menschen-Reich oder darunter geboren, in denen Krankheit und physischer Schmerz unvermeidlich sind.
  • Dann verliert man auf der Anagami-Stufe das Verlangen, Vergnügen mit Nase, Zunge und Körper zu genießen, und so kann man nur im rupa und arupa loka passendes Gathi finden.
  • Sobald die Arahant-Stufe erreicht ist, verliert man das Verlangen nach allen Sinnesvergnügen, die auch nur mit einer Spur von Materie (rupa) in Verbindung stehen. Der Geist erlangt dann wahre Freiheit.

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