Manomaya Kaya und Außerkörperliche Erfahrung (AKE)

Zwei Körperarten – Physischer Körper und Manōmaya Kāya (Geistkörper/Gandhabba)

1. Wir Menschen haben grundsätzlich zwei „Körper“. Manōmaya Kāya ist der „geistige Körper“ (mit einer Spur von Materie), welcher zu Beginn der Existenz als Mensch „geboren“ wird. Dieser Manōmaya Kāya wird in eine Gebärmutter gezogen, sobald eine „passende“ zur Verfügung steht. Das ist der Beginn eines „physischen Körpers.“ Innerhalb eines Menschen-Bhava kann es viele Geburten (jati) als Mensch mit verschiedenen physischem Körpern  geben. Siehe Bhava und Jati – Existenz und Geburt und Manomaya Kaya (Gandhabba) und physischer Körper.

2. Man kann sich den Manōmaya Kāya (geistiger Körper) als „Energiefeld“ vorstellen, welches den festen physischen Körper überlappt. Alle lebenswichtigen Funktionen geschehen im Geistkörper. Gedanken entstehen am Sitz des Geistes (hadaya vatthu). Es gibt fünf Pasāda Rūpa (cakkhu, sōta, ghāna, jivhā, kāya) um die Hadaya Vatthu herum angeordnet, verantwortlich für das Erfassen von Sichtbarem, Geräuschen, Gerüchen, Geschmäckern und Körperkontakten.

  • Der Manōmaya Kāya kann den festen Körper unter bestimmten Bedingungen verlassen. Menschen mit übernatürliche Kräften (iddhi) können willentlich für eine gewisse Zeit aus dem physischen Körper aussteigen. Während Herzoperationen kommt manchmal der Manōmaya Kāya von einem Patienten heraus. In beiden Fällen sieht und hört der Manōmaya Kāya ohne die Hilfe von physischen Augen und Ohren.

Manōmaya Kaya innerhalb des physischen Körpers

3. Wenn ein Manōmaya Kāya an den physischen Körper gebunden ist, braucht Hadaya Vatthu die Hilfe dieses physischen Körpers, um zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken, Berührung wahrzunehmen und Erinnerung abzurufen. Der Manōmaya Kāya ist dann „gefangen“ im Inneren des physischen Körpers. Die physischen Augen erfassen die Bilder von externen Objekten, die Ohren erfassen Geräusche, die Nase erfasst Geruch, die Zunge schmeckt und der physische Körper nimmt Körperkontakte wahr (via Nervensystem).

  • Das Gehirn analysiert all diese „Signale“ und übermittelt sie zu den fünf Pasāda Rūpa, welche sich im Manōmaya Kāya um die Hadaya Vatthu herum angeordnet befinden.
  • Das Gehirn ist Teil des physischen Körpers und die Schnittstelle zwischen physischem Körper und Geistkörper.

4. Der „Sitz des Geistes“ (hadaya vatthu) und die fünf „internen Sinne“ (pasāda rūpa) entstehen zusammen zum Beginn eines Menschen-Bhava (beim patisandhi). Dies sind sehr feine Rūpa und mit den physischen Augen nicht sichtbar. Manōmaya Kāya überlappt wie ein „Energiefeld“ den physichen Körper und bringt Vitalität/Lebensfähigkeit und damit „Leben“ in den sonst leblosen Körper.

  • Der Buddha verglich das Heraustreten eines Manōmaya Kāya aus dem physischen Körper mit einem Schwert, was aus seiner Scheide gezogen wird, oder mit einer Schlange, die ihre alte Haut abstreift. Sobald der Manōmaya Kāya heraustritt, wird der Körper leblos wie ein Stein. Beim Tod passiert genau das. Die Lebensfähigkeit verschwindet in dem Augenblick, wenn der Manōmaya Kāya heraustritt.

Manōmaya Kaya eines Menschen (oder eines Tieres) ist „Gandhabba

5. Wenn ein Mensch stirbt und noch kammische Energie des Menschen-Bhava übrig ist, tritt der Manōmaya Kāya aus der Leiche heraus. Der Geistkörper muss dann warten, bis eine andere, geeignete Gebärmutter verfügbar wird. Der Manōmaya Kāya ist dann noch im Menschen-Bhava, aber wir können ihn nicht mit physischen Augen sehen. Er ist in Paralōka bzw. der „Unterwelt“. Siehe Verborgende Welt der Gandhabba: Unterwelt (Para Loka).

  • Während die Geistkörper in Paralōka warten, können sie Aroma (gandha) von Pflanzen und Essen/Lebensmitteln einatmen und dadurch stofflich etwas dichter werden, daher der Name Gandhabba (gandha + abba, mit abba = „aufnehmen“).
  • Eine Gandhabba kann in dieser Form viele Jahre verweilen, bis eine passende Gebärmutter mit entsprechendem Gati verfügbar wird.

6. Gandhabba können ebenfalls sehen und hören, sogar mit viel mehr Flexibilität. Die Fähigkeiten physischer Augen und Ohren sind im Vergleich dazu stark eingeschränkt.

  • Natürlich kann eine Gandhabba nicht riechen, schmecken oder etwas berühren, da der Geistkörper zu fein ist (wie ein Energiefeld). Somit kann er keinen physischen Kontakt mit seinen „lebenden“ Freunden oder Verwandten aufnehmen.
  • Ist der Manōmaya Kāya vom physischen Körper getrennt, kann er ohne Augen und Ohren sehen und hören. Dieses „Sehen“ erfordert kein Licht (man kann auch Dinge in weiter Ferne sehen), und „Hören“ erfordert keine Luft als Medium zur Übertragung von Geräuschen (man kann auch Geräusche in weiter Ferne hören). Beide Mechanismen funktionieren durch kirana (oder „Strahlung“, ähnlich der elektromagnetischen Strahlung).
  • Darüber hinaus kann eine Gandhabba sehr schnell „reisen“. Es ist keine materielle Reise. Zum Beispiel ist in den Suttas die Rede vom Buddha und Arahants mit iddhi-Kräften, welche zu den Deva Lōka in einer Zeitspanne reisen, in der man „einen gebeugten Arm ausstreckt“.

Gandhabba im physischen Körper

7. Innerhalb des physischen Körpers „sieht“ und „hört“ der Manōmaya Kāya mit Hilfe der physischen Augen und Ohren. Es ist wie ein Soldat in einem Panzer. Man benötigt die Sensoren, welche außen am Panzer montiert sind, um sehen und hören zu können.

  • „Sehen“ geschieht mit Hilfe der physischen Augen. Das Auge ist wie eine Kamera, die ein Bild aufnimmt. Das Gehirn verarbeitet dieses Bild und sendet es zum Cakkhu Pasāda Rūpa im Manōmaya Kāya. Das Gleiche gilt für das Ohr (zum Sota Pasada Rupa). So können wir uns Augen und Ohren als Sensoren denken, die am Panzer montiert sind.
  • Daher nimmt die Seh- und Hör-Fähigkeit im Alter ab, da die physischen Augen und Ohren ebenfalls altern.
  • Das Gehirn ist wie der Computer im Panzer, der die Informationen von den Sensoren verarbeitet.
  • Gibt es also Schäden an einem dieser drei „physikalischen Instrumente“ (Gehirn, Augen, Ohren), kann die Fähigkeit zum Denken, Sehen oder Hören abnehmen oder verloren gehen. Siehe Gehirn – Schnittstelle zwischen Geist und Körper.

8. Das eigentliche „Sehen“ und „Hören“ geschieht an den beiden Pasāda Rūpa (internes Auge und Ohr), welche zum Manōmaya Kāya gehören.

  • Das physische Auge kann keine „Entfernungen schätzen“. Die Augen können viele Dinge zur gleichen Zeit sehen und die relativen Abstände abschätzen. Diese Fähigkeit gehört zu den Pasāda Rūpa, und nicht zum physischen Auge oder Gehirn.

Außerkörperliche Erfahrungen (AKE, engl. Out-of-Body Experiences)

9. Die Hadaya Vatthu überlappt das physische Herz, wenn beide Körper zusammen sind. In einigen Situationen kann sich jedoch der Manōmaya Kāya vom physischen Körper lösen. Das führt zu „Außerkörperlichen Erfahrungen (AKE)“.

  • Typischerweise kommt dies unter Stressbedingungen vor (als Nahtoderfahrung (NTE) oder bei einer Operation). Aber es gibt einige Fälle, wo Menschen es scheinbar bewusst herbeiführen können.
  • Im kürzlich erschienenes Buch „Heilung im Licht: Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde“ von Anita Moorjani (2012), beschreibt die Autorin ihre AKE-Erfahrung im Detail.
  • In seinem Buch „Im Kreis der Welt: Ein Autor und seine Reisen“, erwähnt der berühmte Autor von Jurassic Park, Michael Crichton, seine Fähigkeit, „sein Bewußtsein aus dem Körper herauszubewegen und es durch das Schlafzimmer zu führen“, und er sagt: „..ich habe mir nichts dabei gedacht… Ich ging davon aus, dass das jeder kann..“.
  • Ein ähnlicher Bericht einer Frau findet sich bei ABCnews (in Englisch): https://abcnews.go.com/Health/woman-body-experiences/story?id=22825927
  • Natürlich gibt es diverse Bücher über AKE, z.B. „Endloses Bewusstsein. Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung“ von Pim van Lommel (2009) gibt detaillierte Berichte über Fallstudien von AKE, erlebt von Menschen, welche sich einer Herzoperation unterzogen. Ein anderes Buch ist bspw. „Der Mann mit den zwei Leben – Reisen außerhalb des Körpers“, von Robert A. Monroe.

10. Die Unterscheidung in zwei Körper (geistig/physisch) in diesem Text ist grundsätzlich korrekt. Jedoch kann man den Geistkörper noch weiter unterteilen in kammja kaya, cittaja kaya und utuja kaya. Alle oben genannten Pasada Rupa sowie Vatthu Dasaka gehören zum kammaja kaya.  Der physische Körper wird karaja kaya bzw.  aharaja kaya genannt, da er Nahrung zur Erhaltung benötigt. Somit hat ein Mensch in Summe vier Körper, was zusammen chatuja kaya genannt wird.

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