Namaskaraya – Ehre dem Buddha

1. In der Theravada-Tradition ist es üblich, den Buddha zu ehren (Namaskāraya), beim dreifachen Juwel Zuflucht zu nehmen (Tisarana, mit ti = “drei” und sarana = “Zuflucht”/”Schutz”) und sich zu verpflichten, die fünf Gebote einzuhalten (Pancasila). Das alles tut man beim Besuch einer Kultstätte oder zu Beginn einer Meditation. Manche singen nur Namaskāraya, wenn sie wenig Zeit haben.

2. Man kann die folgende Strophe dreimal für sich selbst singen. Bei mehr formellen Anlässen leitet ein buddhistischer Mönch an.

„Namo tassa bhagavato arahatō sammā sambuddhassa“  

  • Eine kurze Übersetzung lautet: „Ehre dem vollkommen Erleuchteten, der die Wahrheit über die Existenz fand und alle Verunreinigungen entfernte“.
  • Eine weitere konventionelle Übersetzung lautet: „Ehre dem Gesegneten, dem Erhabenen, dem vollständig Erleuchteten“.
  • Der tiefere Sinn wird weiter unten besprochen.

3. Beide obigen Übersetzungen sind wichtig. Für jemanden, der am Anfang steht ohne viel Wissen über Dhamma, aber den Wert des Buddha Dhamma erkennt und deshalb den Buddha ehrt, ist die herkömmliche Bedeutung dominant.

  • Aber der Buddha selbst sagte, dass der beste Weg, ihm Ehre zu erweisen, im Lernen des Dhamma und dem Folgen auf dem Edlen Pfad liegt. Das ist die tiefere Bedeutung von Namaskāraya. Aber darin liegt auch Ehrfurcht vor dem Buddha. Wenn das Wissen über Dhamma wächst, wird die tiefere Interpretation klar, während die konventionelle Übersetzung nicht verloren geht.

4. Hier ist Namaskāraya gesungen vom Ehrenwerten Waharaka Thero. Es wird in der Regel dreimal rezitiert:

 

Namaskāraya – Was bedeutet es wirklich?

Namo tassa bhagavato arahatō sammā sambuddhassa“

1. Die meisten Pali-Verse haben zwei (oder mehr) Bedeutungen: eine herkömmliche (padaparama) und eine tiefere Bedeutung. Leider wird meist die herkömmliche Bedeutung verbreitet, wenn ganze Suttas übersetzt werden.

  • Eine Sutta, die über mehrere Stunden gelehrt wurde (z.B. die Cakka Pavattana Sutta) wird in der Regel Wort-für-Wort auf ein paar Seiten übersetzt. Siehe Sutta Interpretationen. Oft sind diese Übersetzungen unvollständig und fehlerhaft.
  • Aber auch die herkömmliche Bedeutung kann in einigen Fällen nützlich sein, wie bei Namaskāraya, Tisarana und Panca Sila. Für diejenigen mit nicht viel Dhamma-Verständnis werden die tieferen Bedeutungen auch nicht den Zweck erfüllen und „Freude im Herzen“ bzw. Citta Pasada bringen. Daher sind die konventionellen Übersetzungen ein guter Start.

2. Schauen wir nun auf die tiefere Bedeutung vom obigen Vers.

  • Namo bedeutet “sich neigen/beugen” wie wenn man etwas mit Ehrfurcht vor dem Wert entgegennimmt. Tassa bedeutet „zu diesem“ oder „wegen diesem“. Deshalb senken wir den Kopf beim Gesang.
  • Bhaga bedeutet “trennen” und Vata wird in der Regel als “Körper” übersetzt, hat aber eine größere Bedeutung bzgl. allem in dieser Welt. Der Buddha zeigte die Nutzlosigkeit sich an seinen Körper zu klammern, indem er den Körper in 32 Teile trennte. Damit kann man erkennen, dass nichts Substanzielles darin zu finden ist. Auch wenn wir unseren Körper sehr schätzen, wird er im Alter verfallen und krank.
  • Im weiteren Sinne kann alles in dieser Welt zerlegt werden und man kann erkennen, dass nichts Substantielles zu haben ist.
  • Sobald wir erkennen, dass es sinnlos ist, sich an den Körper (und alles in dieser Welt) zu klammern, verlieren wir das Verlangen (raha in Pali oder Sinhala) und werden Arahant (a + raha). Ein Arahant hat jedes Verlangen für weltliche Dinge verloren, denn er/sie hat die wahre Natur vollkommen realisiert.
  • San bedeutet die “Ansammlung weltlicher Dinge”. Ma bedeutet “frei werden”. Damit bedeutet sammā (san + ma) die “Ansammlung weltlicher Dinge zu stoppen”, da sie am Ende nur zu Leid führen.
  • Die Ansammlung weltlicher Dinge bereitet zukünftige Geburten bzw. Bhava vor. Sambuddhassa (san + bhu + uddassa) bedeutet „entfernen der Hauptursachen für Bhava, das durch San entsteht“, d.h. frei von Wiedergeburt werden bzw. in Richtung Nibbàna gehen.

3. Jetzt können wir den ganzen Vers verstehen:

„Indem ich meinen Körper und die ganze Welt mit Weisheit betrachte, verstehe ich die Fruchtlosigkeit sich an diese Dinge zu klammern, und ich strebe danach, dem Wiedergeburtskreislauf zu entrinnen und Nibbàna zu erreichen“.

  • Das Wort “streben” bedeutet “sich dem Ziel zuwenden” oder “sich in die Richtung zu begeben”. Mit tieferem Verständnis des Dhamma stärkt man die Entschlossenheit. Wie immer in Buddha Dhamma ist der Geist der Führer auf dem Pfad.
  • Entschlossenheit muss durch Verstehen wachsen. Niemand beobachtet einen, niemand überwacht den Fortschritt, es ist der eigene Geist, der alles tut.

4. Das Wort Namaskāraya (nama + as + karaya, mit nama = “Name”,  as = “entfernen” und karaya = “tun”) vermittelt die Idee, dass man einen Entschluss fasst, die Anhaftung an die Welt zu entfernen. Es ist eine stark verkürzte Version des Verses. Die herkömmliche Bedeutung des Begriffs Namaskāraya ist “Ehrung“ / “Huldigung”.

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