Implikationen des Wiedergeburtsprozesses im Alltag und in der Gesellschaft

1. Wenn man keine Abhinna-Kräfte via Meditation entwickelt, kann der Wiedergeburtsprozess nicht mit Sicherheit „bewiesen“ werden. Doch es gibt zunehmend Beweise dafür, die auch nicht ignoriert werden können; siehe Hinweise auf Wiedergeburt.

  • Lassen wir zunächst diese Frage beiseite. Wir wollen uns einige gewöhnliche Implikationen ansehen, WENN der Wiedergeburtsprozess tatsächlich wie vom Buddha beschrieben wahr ist.

2. Wir sehen sofort, wie kurz dieses Leben von vielleicht 100 Jahren ist. Es ist unvorstellbar kurz. Unser Universum exisitiert seit etwa 14 Milliarden Jahren. Ein Menschenleben dauert nur einen Wippernschlag.

3. Wenn man sich die Weltgeschichte anschaut, hätten die meisten Katastrophen von Krieg und Verwüstung verhindert werden können. Wo sind heute jene Kaiser und Könige, die so viele Menschenleben opferten, um  Land zu erobern oder ihre Macht zu erhalten?

  • Wegen der Gräueltaten, die sie begangen haben, sind sie höchstwahrscheinlich im niedrigsten Reich der Apayas.
  • Für diesen kurzen Genuss von Macht und Überlegenheit sammelten sie so viel schlechtes Kamma, um Milliarden Jahre in völligem Elend zu verbringen.

4. Welche Bedeutung würden Rasse, Farbe, Ethnizität, Religion, Schönheit, Geld, usw. bzgl. der eigenen Handlungen haben, wenn man wirklich versteht, dass all dies nicht nur vorübergehend ist, sondern dass man im nächsten Leben auf der anderen Seite sein kann? Dies ist ein Thema, das viel Kontemplation wert ist.

5. Schauen wir auf den Kampf zwischen Palästinensern und Israelis, weil er noch immer Schlagzeilen macht. Man kann jeden anderen Konflikt nehmen. Nach Buddha Dhamma gibt es zwei Effekte, die hier zum Tragen kommen.

  • In beiden Lagern entwickelt man eine Denkweise, um die andere Seite zu hassen, sich für etwas zu rächen usw. Wenn die Spieler noch kammische Energie für das Menschen-Bhava haben, werden sie mit dem passenden Gathi zu den gleichen Orten zurückkehren, sich wieder hassen, sich wieder rächen. Siehe, Paticca Samuppada – „pati+ichcha“ + „sama+uppada“.
  • Der andere Aspekt ist, dass jede schlechte Tat, die man in einem solchen Konflikt tut, Konsequenzen haben wird, die sich auf diese Handlung beziehen. Wenn Person A eine andere Person B tötet oder schädigt, wird A verschuldet bei B. Eine Möglichkeit „diese Schuld zurückzuzahlen“ ist, dass B als Kind zu A geboren wird; siehe Kamma, Schulden und Meditation. Ist das nicht die größte Ironie von allen? Ein Palästinenser wird das Kind eines Israelis (oder umgekehrt)? So oder so wird der Konflikt noch lange andauern, wenn nicht beide Seiten den Wahnsinn des Ganzen erkennen.
  • Das gilt für viele andere Konflikte, die seit Generationen andauern. Es ist wahrscheinlich, dass die meisten beteiligten Charaktere identisch waren. Sie sind zu sehr in den Konflikt „verwickelt“ und können ihren Geist nicht davon befreien.

6. Nehmen wir ein anderes Beispiel eines Sklavenbesitzers in alten Zeiten. Diese Person verdiente viel Geld, indem sie Sklaven ausbeutete, aber wie lange? Höchstens 100 Jahre. Wo ist dieser Sklavenhalter jetzt? Er könnte entweder in einem der untersten vier Reiche sein ODER er könnte selbst irgendwo ein Sklave sein, möglicherweise bei einem ehemaligen Sklaven.

  • Es ist leicht, diese Analyse auf viele andere Fälle auszudehnen. Es ist eine gute Idee, über solche Dinge zu kontemplieren. Es lässt die wahren Bedeutungen von Anicca, Dukkha und Anatta durchscheinen. Es ist unfruchtbar, unmoralische Dinge zu tun, um einen kurzen Moment des Vergnügens oder des Sieges zu haben, wobei sich die Konsequenzen für eine viel längere Zeit in einer zukünftigen Geburt zeigen können.

7. Wir streben jedoch danach ein Viertel unseres Lebens den grundlegenden Bildungsprozess zu durchlaufen (was der einzig sinnvolle Teil auf lange Sicht ist). Im Grunde versuchen wir den Rest des Lebens „Dinge und Prestige anzusammeln“.

  • Wir halten nicht inne und denken darüber nach, wie die letzten Jahre des Lebens aussehen werden, geschweige denn zukünftige Leben. Zu der Zeit, wo wir viele dieser Errungenschaften gemacht haben, beginnen unsere Sinne zu verfallen. Egal wie viel Geld wir haben, wir werden niemals in der Lage sein, unsere physische Erscheinung oder das Niveau der Sinnesfreuden nach unserem Geschmack zu erhalten.

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  • Das Problem ist, dass wir zu beschäftigt sind, um über solche Probleme nachzudenken, weil wir in einem verzweifelten Kampf sind um „Geld fürs Überleben zu verdienen“. Welche Zahl von Urlaubstagen wir auch bekommen, wir würden diese Zeit nicht zur Kontemplation verwenden, sondern lieber „amüsante“ Aktivitäten suchen. Aber wenn man vom Urlaub zurückkommt, fühlt es sich an, als müsste man sich von diesen hektischen Aktivitäten auch erholen.

8. Es gibt einen weiteren Grund, warum die Menschen nicht einmal über solche Dinge nachdenken wollen: Es könnte deprimierend sein. Aber ich kann mit Überzeugung sagen, dass sich mit dem Verstehen der „wahren Natur dieser Welt“ ein friedvoller Geisteszustand einstellen wird. Es wird auch einfacher sein in Samadhi und Jhanas zu kommen.

  • Der Grund ist, dass man mit Verstehen der drei Daseinmerkmale GRADUELL die Anhaftung an weltliche Dinge verliert und dass dies den Geist friedlich macht. Das ist die eigentliche Ursache von Niramisa Sukha; siehe, Drei Arten von Glück – Was ist Niramisa Sukha?.
  • Nibbana (oder Nivana oder Abkühlung) ist kein Sinnesvergnügen. Vielmehr ist es eine Erleichterung. Eine gute Analogie ist die folgende: Nehmen wir an, jemand hat Migräne. Dann verschwindet der Kopfschmerz und die Person erfährt ein GROSSES Gefühl der Erleichterung. Es ist kein Sinnesvergnügen, sondern ein Wohlgefühl, das schwer auszudrücken ist.

9. Viele Menschen, die beginnen anicca, dukkha, anatta zu verstehen, stellen fest, dass sie nicht mehr fernsehen oder zu Events und Parties gehen wie früher. Das passiert nicht absichtlich, es passiert einfach. Sie würden eher eine Meditationssitzung zuhause genießen oder Dhamma lesen/hören. 

  • Der Geist kann nicht gezwungen werden. Es braucht nur den besseren Weg. Der Geist muss dem besseren, richtigen Weg ausgesetzt sein. Darum ist das Geschenk des wahren Dhamma das beste Geschenk.

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