Empfängnis, Abtreibung und Empfängnisverhütung

1. In mehreren Lehrreden des Tipitaka wird Empfängnis deutlich erklärt. Das Folgende ist eine Zusammenfassung basierend auf diesen Sutta. Es ist auch kompatibel mit der modernen Wissenschaft.

  • Moralische Fragen in Bezug auf Abtreibung und Geburtenkontrolle haben in Buddha Dhamma sehr klare Antworten, insbesondere in welchem ​​Stadium der Schwangerschaft menschliches Leben  im Mutterleib erscheint?
  • Ein Menschen-Bhava kann tausende Jahre andauern. Andererseits hält ein physischer Körper nur grob 100 Jahre. Zwischen aufeinanderfolgenden Geburten mit „Menschen-Körpern“ lebt die Gandhabba (Geistkörper) in Paralōka, was parallel zum Menschenreich existiert. Wir können aber diese feinen Geistkörper nicht sehen. Siehe Bhava und Jāti – Existenz und Geburt.

2. Gemäß dem Tipitaka beginnt ein neues Menschen-Dasein (Bhava) nicht im Mutterleib. Es beginnt in dem Moment, wenn das vorherige Bhava zu Ende geht. Wenn zum Beispiel ein Deva stirbt und ein Menschen-Bhava folgt, wird zum Zeitpunkt des Todes dieses Deva eine Menschen-Gandhabba gebildet.

  • Dann muss diese Gandhabba warten, bis eine passende Gebärmutter verfügbar ist. „Passend“ bedeutet, dass die Gati (Charakter/Gewohnheiten) der Gandhabba mit denen der Eltern zu einem gewissen Maß übereinstimmen.

3. Damit eine Gandhabba in eine Gebärmutter gelangen kann, muss sich eine befruchtete Eizelle (Zygote) im Mutterleib befinden.

  • Während des Menstruationszyklus der Frau wird in der Regel eine Eizelle aus einem der Eierstöcke freigesetzt und in das trichterförmige Ende eines der Eileiter geleitet.
  • Wenn nach dem Geschlechtsverkehr mit dem Mann Sperma in die Eizelle eindringt, kommt es zur Befruchtung und die befruchtete Eizelle (Zygote) wandert über die Eileiter in Richtung Uterus.
  • Eine Gandhabba kann dieses befruchtete Ei (Zygote) jederzeit nach seiner Bildung in Besitz nehmen.

4. Sobald eine Gandhabba mit der Zygote verschmilzt, teilen sich die Zellen der Zygote wiederholt, während sich die Zygote im Eileiter hinunterbewegt.

  • Daher geschieht die Empfängnis eines Neugeborenen zu dem Zeitpunkt, an dem die lebenslose Zygote mit der Verschmelzung der Gandhabba „lebendig“ wird. Das ist der Zeitpunkt der Empfängnis und das geschieht sehr früh, normalerweise innerhalb eines Tages nach dem Geschlechtsverkehr.
  • In den Suttas wird dies Okkanthi genannt (eine Gandhabba bzw. ein Patisandhi Viññāna steigt hinein in den Mutterleib).
  • Die „lebende Zygote“ gelangt innerhalb von 3 bis 5 Tagen in die Gebärmutter. In der Gebärmutter teilen sich die Zellen weiter und werden zu einer hohlen Zellkugel, die als Blastozyste bezeichnet wird. Innerhalb der Gebärmutter implantiert sich die Blastozyste in die Wand der Gebärmutter, wo sie sich zu einem Embryo entwickelt, der an einer Plazenta befestigt ist.

5. Eine Gandhabba muss möglicherweise einige Tage oder sogar viele Jahre warten, bis ein geeigneter Mutterleib verfügbar wird. Zu diesem Zeitpunkt wird die Gandhabba durch die kammische Energie in den Mutterleib gezogen, wo sie die Zygote in Besitz nimmt.

  • Wie oben gesagt, vergleicht die Natur automatisch die Gati der Eltern mit dem der Gandhabba und nur eine „passende“ Gandhabba wird „hineingezogen“.
  • Die Gandhabba unterscheidet sich jedoch vom Konzept einer „Seele“. Eine Gandhabba verändert sich während eines Lebens immer weiter. Richtig drastisch wird die Veränderung mit Ende des Bhava.

6. Der Tod des physischen Körpers bedeutet nicht das Ende der Existenz. Wenn noch Kamma-Energie für das Menschen-Bhava übrig ist, kommt der Geistkörper (Gandhabba) aus dem toten physischen Körper heraus und wartet auf eine neue geeignete Gebärmutter.

  • Ist jedoch keine Kamma-Energie für das Menschen-Bhava übrig, geschieht der Übergang zum nächsten Bhava im Todesmoment dieses Menschen. Wenn die neue Existenz ein Katzen-Bhava ist, wird eine Katzen-Gandhabba aus dem toten Menschenkörper entsteigen. Natürlich hat auch diese Gandhabba einen sehr feinen Körper, den man nicht sehen kann.
  • Auch hier muss die Katzen-Gandhabba warten, bis eine geeignete Katzen-Gebärmutter verfügbar wird.
  • In anderen Reichen erfolgt die Geburt nicht via Gebärmutter, sondern unmittelbar mit vollständigem Körper.

7. Im Mutterleib wird also nur die „materielle Basis“ (Zygote) für die Gandhabba vorbereitet.

  • Die Blaupause für diesen physischen Körper (d.h. die Gandhabba) wurde im Todesmoment des vorherigen Lebens erstellt. Der neue physische Körper wird jedoch auch Merkmale von Mutter und Vater enthalten.

8. Betrachten wir nun die Folgen bei Verwendung eines Kondoms oder der Antibabypille.

  • Wenn ein Kondom verwendet wird, kann ein Ei offensichtlich nicht mit Sperma in Kontakt kommen, um eine Zygote zu bilden. Somit gibt es keine „materielle Basis“ bzw. eine Zygote im Mutterleib, die eine Gandhabba in Besitz nehmen könnte.
  • Bei Verwendung der Antibabypille wird wiederum die Bildung einer Zygote verhindert.
  • In beiden Fällen findet keine Empfängnis statt. Von Beendigung eines Lebens kann nicht gesprochen werden.

9. Wenn andererseits eine Gandhabba „im Mutterleib“ ist und die Zygote in Besitz genommen hat, dann befindet sich ein Lebewesen im Mutterleib.

  • Jeder gewollte Vorgang, der nach dieser „wirklichen Empfängnis“ zum Abbruch der Schwangerschaft führt, ist gleichbedeutend mit dem Töten eines Menschen. Es spielt keine Rolle, ob der Eingriff einen Monat vor der Geburt des Kindes oder nur einen Tag nach dem Eintritt der Gandhabba in den Mutterleib durchgeführt wird.
  • Die einzige Unsicherheit besteht darin, wann die Gandhabba die Zygote ergreift. Dies kann unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr oder erst einige Tage später geschehen.
  • Somit liefert Buddha Dhamma ein ziemlich eindeutiges Bild bzgl. der moralischen Probleme, die mit Geburtenkontrolle verbunden sind.

10. Die Wissenschaft hat keine Antwort auf die Frage, warum nicht alle Zygoten zu Schwangerschaften führen, oder warum einige Paare, die viele Jahre lang kein Baby bekommen konnten, plötzlich Erfolg haben. Die tatsächliche Empfängniszeit ist ebenfalls unsicher.

  • Wenn Frauen (und Männer) aufgrund eines früheren Kamma-Vipaka kein Kind bekommen können, ist die resultierende Zygote ein „Blindgänger“ und somit kann keine Gandhabba in den Mutterleib eindringen.

11. Manchmal hat das Kind recht abweichendes Gati im Vergleich zu den Eltern (obwohl es immer eine gewisse Übereinstimmung gibt, wenn auch nicht leicht erkennbar). Zum Beispiel kann ein „ziemlich moralisches“ Paar ein Kind mit gewalttätigen Charaktereigenschaften bekommen. Das kann z.B. eine drastische Änderung der Geisteshaltung der Mutter während der Zeit der Empfängnis bzw. schon in der Zeit des Geschlechtsverkehrs bewirken. Es wird einfach die passende Gandhabba angezogen.

  • Dies ist auch der Grund, warum Frauen, die jahrelang nicht schwanger werden konnten, in einer Zeit schwanger werden, in der sie höchstwahrscheinlich eine „Persönlichkeitsverschiebung“ oder eine signifikante Veränderung ihres Geisteszustands hatten.

12. In den Suttas finden sich gute Erklärungen, wie es zur Empfängnis kommt. Siehe Assalāya­na Sutta (Majjhima Nikaya 93) und  Mahā Tanhāsankhaya Sutta (Majjhima Nikaya 38).

 

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