Körperformen in 31 Reichen – Bedeutung von Manomaya Kaya

1. Im Beitrag Die große vereinheitlichte Theorie haben wir kurz die 31 Reiche der Existenz erörtert. Mit Ausnahme der für die Anagamis reservierten Reiche haben wir in allen anderen Reichen irgendwann in unserer tiefen Vergangenheit existiert; siehe Sansarische Zeitskala

  • Eine Vorstellung vom physischen Körper in den verschiedenen Reichen ist hilfreich, um das Konzept eines Manomaya Kaya zu verstehen.
  • Außerdem versteht man besser, wie unser physischer Körper und insbesondere das Gehirn helfen, die Befreiung vom leidvollen Wiedergeburtsprozess zu erlangen.
  • Dieses Material könnte für die Meisten neu sein. Möglicherweise muss man langsam lesen und zur Klärung auf andere Abschnitte zurückkommen. Es ist wichtig die Grundlagen zu verstehen, bevor es möglich wird, die Rolle des Gehirns zu verstehen.

2. Eine grobe Regel ist, dass die Körper in den unteren Reichen dicht und in den höheren Reichen leichter und feiner sind, obwohl es Ausnahmen gibt (einige Petas haben feine Körper).

  • Im niedrigsten Reich der Niraya (Hölle) haben Wesen dichtere Körper, die verschiedenen Formen der Folter ausgesetzt sein können.
  • Wir können sehen, dass die Körper im menschlichen und tierischen Reich dicht sind. Im Deva-Reich (bestehend aus 6 Deva-Welten) sind die Körper feinstofflich und ein normaler Mensch kann sie nicht sehen, selbst wenn ein Deva direkt vor ihm steht. Menschen mit Abhinna-Kräften können sie jedoch sehen.
  • Daher können wir sagen, dass Wesen im Kamaloka im Allgemeinen dichte Körper und alle fünf physischen Sinne haben (Augen, Ohren, Nase, Zunge und Tastsinn). Aber die Körper im Deva-Reich (und einige Petas) sind viel weniger dicht als in den anderen Reichen. Sogar die Devas haben alle sechs Sinnesfähigkeiten (einschließlich des Geistes), obwohl die Körper weniger dicht sind.

3. Als nächstes folgen die Reiche in Rupa Loka. Hier haben die Wesen (genannt Rupi Brahmas oder Brahmas mit feinen Körpern) nur drei Sinnesfähigkeiten (Augen, Ohren und Geist). Ihre Körper sind viel weniger dicht als die der Devas. Und selbst Devas sind nicht in der Lage, die feinen Körper der Rupa Brahmas zu sehen.

  • Dann gibt es in den höchsten Reichen (Arupa Loka) die Arupa Brahmas, die nur den Geist haben (Hadaya Vatthu) und keine der fünf physischen Sinnesfähigkeiten. Der Begriff Arupi Brahma oder Brahma ohne physischen Körper stammt von alten Yogis, die die mit solchen Brahmas assoziierte sehr feine Materie (Hadaya Vatthu) nicht „sehen“ konnten.

4. Vor diesem Hintergrund können wir nun untersuchen, wie Abhidhamma die Bildung verschiedener Körpertypen in verschiedenen Reichen beschreibt.

  • Die Arupi Brahmas in den Arupa Reichen haben nur die Hadaya Vatthu, die Basis des Geistes. Es hat ein sogenanntes Vatthu-Dasaka, was effektiv der Größe der kleinsten materiellen Einheit im Buddha-Dhamma enspricht und als Suddhashtaka bezeichnet wird. Es wird Vatthu Dasaka genannt (wobei Dasaka meint „zehn Einheiten“) wegen des Spins und der Rotation (bramana und paribramana) des Suddhashtaka. Im Übrigen wurden Rotation- und Spin-Modi vor 2500 Jahren vom Buddha eingeführt.
  • Wir werden das später besprechen, aber eine Hadaya Vatthu ist viel, viel kleiner als ein Atom in der modernen Wissenschaft. Deshalb wird (irrtümlich) gedacht, dass es in Arupa Lokas keine Rolle spielt. Es gibt Materie, aber unbedeutend klein. Der Buddha sagte, dass Vinnana nicht ohne Pancakkhandha existieren kann. Pancakkhandha in Arupa Loka hat eine Rupa-Komponente, obwohl sie vernachlässigbar klein ist.
  • Die Hadaya Vatthu eines Arupi Brahma wird durch kammische Energie gebildet, die zu dieser Existenz führt. Sie wird im Moment der Geburt dieses Brahma gebildet.
  • Alle Lebewesen haben die Hadaya Vatthu, weil alle einen Geist haben.

5. Für Brahmas in Rupa Loka werden im Moment der Geburt drei Einheiten von Materie durch kammische Energie gebildet. Weil es drei Materieeinheiten hat, wird ein solch anfänglicher „Körper“, der im patisandhi Moment gebildet wird, „thrija kaya“ genannt. Die drei Einheiten sind kammaja kaya, cittaja kaya und utuja kaya. Utuja kaya ist ein sehr feinstofflicher physischer Körper. Die Rupi Brahmas können „sehen“ und „hören“.

  • Rupi Brahmas haben einen kammaja kaya, bestehend aus kaya dasaka, vatthu dasaka, bhava dasaka und zwei pasada rupa zum Sehen und Hören: cakkhu pasada und sota pasada. Diese pasada rupa sind im Wesentlichen auch Suddhashtaka mit verschiedenen Arten von Spin/Rotation (bramana/paribramana).
  • Obwohl „kaya“ als „Körper“ übersetzt wird, ist der einzige „physische Körper“ eines Rupi Brahma der utuja kaya. Kaya bedeutet also nicht „physischer Körper“.
  • Die Körper (utuja kaya) dieser Rupi Brahmas sind viel feiner im Vergleich zu denen der Devas und somit können Devas diese Rupi Brahmas nicht sehen, genauso wie wir Menschen die Devas nicht sehen können.
  • Die Brahmas (und auch Devas) können „ohne Licht“ „sehen“ und „hören“, ohne dass Schallwellen beteiligt sind. Ihre „physischen Körper“ haben keine „Augen“ und „Ohren“ wie unsere. So können sie über große Entfernungen „sehen“ und „hören“. Und sie können in kurzer Zeit überall hin.
  • Die beste Analogie, wie ihr „Sehen“ funktioniert, ist unser „Sehen“ in Träumen. Wir brauchen keine Augen um Träume zu sehen. Die Brahmas „sehen“ nur („wahrnehmen“ kann ein besseres Wort sein).

6. Eine Grundregel ist, dass Wesen in niedrigeren Reichen im Allgemeinen die Wesen in den höheren Reichen nicht sehen können. Menschen haben die Fähigkeit Abhinna-Kräfte zu entwickeln und Wesen in höheren Reichen zu „sehen“.

  • In Kamaloka sind die höchsten Reiche die Deva-Reiche. Devas werden auch sofort geboren (Opapatika-Geburten) genauso wie die zwei Arten von Brahmas. Jedoch haben Devas eine vierte Art von Körper, den Karaja Kaya. Er ist wie unser physischer Körper. Und genau wie wir müssen sie regelmäßig Nahrung („Amurtha„) konsumieren, um ihre Karaja Kaya (auch Aharaja Kaya genannt) aufrechtzuerhalten,
  • Die Devas haben also vier Körper oder Chatuja Kaya, d.h. Kammaja Kaya, Cittaja Kaya, Utuja Kaya und Karaja Kaya. Sie werden gemeinsam als Chatuja Kaya bezeichnet.
  • Aber Devas (und Brahmas) werden nicht krank. Sie sterben einfach und verschwinden, wenn die kammische Energie für diese Existenz ausgeht.

7. Wenn Wesen in die Existenz (Bhava) als Mensch oder Tier „hineingeboren“ werden, bildet sich auch sofort eine Form, die derjenigen eines Deva nahe kommt, aber mit feinerem Körper als Devas. Das ist der Gandhabba-Zustand.

  • Wenn zum Beispiel ein Mensch stirbt und noch kammische Energie für das „menschliche Bhava“ übrig hat, dann wird er als Mensch wiedergeboren werden. Andernfalls wird er sich einem anderen „Bhava“ zuwenden, abhängig von seinem früheren starken Kamma Vipaka. Zum Beispiel könnte das nächste „Bhava“ als Reh sein.
  • Wenn er als Mensch wiedergeboren wird, tritt aus dem Leichnam eine „menschliche Gandhabba„; wenn er als Hirsch wiedergeboren werden soll, wird ein „Hirsch Gandhabba“ aus dem toten Körper entsteigen.

8. Der Körper einer Menschen- oder Tier-Gandhabba ist auch ein Chatuja Kaya wie die eines Deva, aber feiner als der Körper eines Deva. Eine Gandhabba kann nur Gerüche („gandha“ + „abba„) als Nahrung inhalieren und daher der Name. Eine Gandhabba ist so „diffus“ und fein, dass sie durch den festen Körper der Mutter in die Gebärmutter eindringen kann und zu der Größe der Zygote im Mutterleib zusammenfällt, was dann ihre „Basis“ ist.

  • Genau wie Brahmas oder Devas kann eine Gandhabba über große Distanzen „sehen“ und „hören“. Eine Gandhabba hat keinen festen Körper, um physische Augen oder Ohren zu unterstützen. (Natürlich können wir uns das kaum vorstellen, aber es ist vergleichbar mit träumen: Es braucht kein Licht um Träume zu sehen. Wir „sehen“ Träume, wenn es nachts pechschwarz ist und wir „sehen“ Träume ohne unsere Augen).
  • Auch wenn man denken könnte, dass es schön wäre eine Gandhabba zu sein, ist eine menschliche Gandhabba im ständigen Stress (Agonie kann ein besseres Wort sein). Eine Gandhabba kann keine Art von Sinnesvergnügen genießen, da der Körper so feinstofflich ist. Sie kann nichts essen oder ergreifen. Am allermeisten leidet eine Gandhabba psychisch, weil sie normale Menschen „sehen“ kann, die das Leben genießen, schmackhafte Speisen essen, Sex genießen usw.
  • Natürlich können Brahmas und Devas Menschen, die solche Sinnesfreuden genießen, „sehen“, aber sie mögen (upadana) solch „grobe Freuden“ nicht. Ihr geistiger Zustand ist viel höher, etwa wie ein Mensch, der Abhinna-Kräfte entwickelt hat. Sie sollen menschliche Körper abstoßend finden. So wie wir Aktivitäten als Wurm nicht „vermissen“, sind sie nicht an menschlichen Aktivitäten interessiert. Es hängt alles von der Denkweise ab, die mit dem bestimmten Bhava verbunden ist.
  • Aber eine Gandhabba hat das menschliche oder tierische „Bhava“ erhalten, weil er/sie sehr „grobe Sinnesfreuden“ wünscht: „upadana paccaya bhava“.

9. Wenn eine menschliche (oder tierische) Gandhabba schließlich in eine geeignete Gebärmutter gezogen wird, verschmilzt sie mit der Zygote, die kurz vorher durch die Vereinigung von Mutter und Vater gebildet wurde.

  • Jetzt hat sie eine Basis für den physischen Körper „erworben“. Die Gandhabba wächst zuerst im Mutterleib und wird dann „geboren“.
  • Der „echte Mensch“ hat jetzt den dichten Körper, den er so sehr wollte.

10. Wir bekommen diese festen, dichten Körper, WEIL wir das so sehr begehrten. Solange wir nach diesen „groben Sinnesfreuden“ verlangen, werden wir im Kamaloka geboren. Obwohl die Devas auch im Kamaloka sind, sind ihre Wünsche nicht so „grob“. Sie müssen nicht „so fest zupacken“ um zu geniessen.

  • Brahmas in Rupa Loka sind noch weiter entfernt von „groben Sinnesfreuden“. Sie haben kein Verlangen nach Geschmack, Gerüchen oder Körperberührungen. Sehen und Hören ist ihnen genug.
  • Brahmas in Arupa Loka haben nicht einmal Verlangen nach „Sehenswürdigkeiten“ und Geräuschen. Geistfreuden sind genug für sie und die Anwesenheit von Materie ist minimal.

11. Wir erkennen nicht, dass der „dichte Körper“ auch zu verschiedenen Beschwerden führt und dem Verfall unterliegt, wenn er alt wird.

  • Außerdem geht die Fähigkeit, über große Distanzen zu „sehen“ und zu „hören“ verloren. Jetzt ist die Gandhabba in einer schweren, soliden Körperschale gefangen und muss durch die „physischen Türen“, die an diesem Körper befestigt sind, „sehen“ und „hören“. Das ist das Opfer, das gemacht werden muss, um die „ergreifende Erfahrung“ zu haben, um grobe Speisen und sexuelle Freuden genießen zu können, etc.
  • Der Buddha nannte den physischen Körper („Karaja Kaya“ oder „Aharaja Kaya„) eine „Höhle“ oder eine „Schale“, die eine Gandhabba vorübergehend benutzt. Er hat eine bestimmte Lebenszeit und während dieser Zeit wächst, verfällt und stirbt der Körper schließlich. Dann muss die Gandhabba einen anderen Körper finden. Vor allem im Kama Loka bauen wir eine „neue Höhle“, wenn die alte stirbt, verbringen aber auch viel Zeit als frustrierte Gandhabba, die auf eine geeignete Gebärmutter wartet, um mit dem Bau eines neuen Körpers zu beginnen.
  • So sollte jetzt klar sein, dass nur der „physische Körper“ verfällt und schließlich stirbt. Eine Gandhabba entwickelt sich weiter und wird einen „neuen Körper“ finden, der dem alten ähnelt, wenn die kammische Energie für dieses Bhava nicht erschöpft ist. Andernfalls wird die menschliche Gandhabba einfach verschwinden (wie ein Deva oder Brahma beim Tod). Es könnte eine neue Tier-Gandhabba entstehen, wenn das neue Bhava dem Tier entspricht.
  • So können wir jetzt sehen, dass „die Basis“ auch für die Menschen und Tiere ein feiner Körper einer Gandhabba ist, der so feinstofflich wie ein Rupi Brahma (und weniger dicht als der Körper eines Deva) ist. Der „feste Körper“ beginnt im Mutterleib zu wachsen und setzt sich nach der „Geburt“ als Baby fort, indem er Nahrung aufnimmt.

12. Die Natur benutzt diesen physischen Körper oder die „Höhle“, um auch Kamma Vipaka zu vermitteln. Wir müssen diesen Körper ständig reinigen und müssen auch auf wichtige Körperteile achten. Dies ist Teil des „physischen Leidens“, über das wir nicht zweimal nachdenken.

  • Und natürlich können wir nicht nur leichte Erkältungen und Kopfschmerzen haben, sondern auch unter schlimmen Beschwerden wie Herzproblemen oder Krebs leiden, Dies ist auch Teil des „physischen Leidens“. Beide Arten von „körperlichem Leiden“ entstehen durch den physischen Körper.
  • Diese Härten werden jedoch durch unser Gefühl der „erwarteten zukünftigen Glückseligkeit“ überdeckt, indem wir diese und jene „angenehmen Dinge“ erwerben.
  • Wenn einige dieser „Hoffnungen und Träume“ nicht zustande kommen, werden wir ernsthaft verstört. Die meisten Selbstmorde werden unter solchen Umständen begangen, und dieses „seelische Leiden“ könnte schlimmer sein als das oben erörterte „körperliche Leiden“. Es hilft zu lesen, WARUM selbst berühmte, reiche Menschen Selbstmord begehen. Das ist auch eine Form der Meditation. Wir müssen verstehen, wie Leid entsteht, um die volle Wirkung zu spüren und motiviert zu sein, die Entstehung in Zukunft zu stoppen.

13. Das Hauptziel dieses Textes besteht jedoch darin, auf die wahre Natur des physischen Körpers hinzuweisen. Auch wenn wir (besonders im jungen Alter) von der äußeren Erscheinung des Körpers begeistert sind, können wir, wenn wir alt werden, das Leiden sehen, das wir durch diese vorübergehende „Schale“ ertragen, die wir so sehr schätzen. Der Körper besteht nur für ungefähr 100 Jahre. Dann wechseln wir auf einen anderen. Das haben wir für unzählige Äonen getan.

14. Der andere Punkt, der noch wichtiger ist, ist die besondere Natur des menschlichen Körpers mit einem gut entwickelten Gehirn. Das macht ein Menschen-Leben besonders, weil es uns erlaubt, die Botschaft des Buddha zu verstehen und in der Lage zu sein, uns aus dem leidvollen Kreislauf der Wiedergeburten zu befreien.

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