Bedingungen für die vier Stufen von Nibbāna

Die folgende Tabelle zeigt die Bedingungen, die erfüllt werden müssen (d.h. die Faktoren, die beseitigt werden müssen), um jede Stufe von Nibbāna zu erreichen. Um z.B. die Sōtapanna-Stufe zu erlangen, müssen drei der zehn Samyōjana (Fesseln) entfernt werden. Das entspricht dem Entfernen von akusala Citta Nr. 1, 2, 5, 6, 11. Auch die apāyagāmi-Stärke in anderen Citta wird entfernt, usw.

Tabelle-4 Stufen zu Nibbana

Die Fähigkeit, akusala Kamma zu tun, wird ebenfalls stufenweise entfernt, während man Fortschritte macht. Erst auf der Arahant-Stufe ist kein akusala Kamma mehr möglich. Ein Sōtapanna hat nur ein akusala Kamma vollständig entfernt, nämlich die falschen Sichtweisen (micchā diṭṭhi): siehe Was ist das einzige Akusala, was ein Sōtapanna entfernt hat?. Dies beseitigt aber gleichzeitig viele Kilesa (geistige Unreinheiten) und reduziert andere.

Āsava und Anusaya werden im Text Gathi (gati), Anusaya, Asava besprochen. Die Bandbreite der „Sichtweisen“ wird u.a. hier betrachtet: Diṭṭhi (falsche Sichtweisen), Sammā Diṭṭhi (korrekte Sichtweisen). Eine Übersicht zu Cetasika findet sich hier: Cetasika (geistige Faktoren).

Lōbha Citta (hat auch die Mōha-Wurzel)

1. Citta, verbunden mit falscher Sichtweise, begleitet von Vergnügen und aus Gewohnheit getan.

2. Citta, verbunden mit falscher Sichtweise, begleitet von Vergnügen und widerwillig getan.

3. Citta, NICHT verbunden mit falscher Sichtweise, begleitet von Vergnügen, und aus Gewohnheit getan.

4. Citta, NICHT verbunden mit falscher Sichtweise, begleitet von Vergnügen, und widerwillig getan.

5. Citta, verbunden mit falscher Sichtweise, begleitet von neutralem Geist, und aus Gewohnheit getan.

6. Citta, verbunden mit falscher Sichtweise, begleitet von neutralem Geist, und widerwillig getan.

7. Citta, NICHT verbunden mit falscher Sichtweise, begleitet von neutralem Geist, und aus Gewohnheit getan.

8. Citta, NICHT verbunden mit falscher Sichtweise, begleitet von neutralem Geist, und widerwillig getan.

Dōsa Citta (hat auch die Mōha-Wurzel)

9. Citta verbunden mit Hass, begleitet von Missfallen und aus Gewohnheit getan.

10. Citta verbunden mit Hass, begleitet von Missfallen und widerwillig getan.

Mōha Citta (nur mit Mōha-Wurzel)

11. Citta begleitet von neutralem Geist, verbunden mit Vicikiccā (nicht der schlechten Konsequenzen bewusst)

12. Citta, begleitet von neutralem Geist, verbunden mit Uddacca (unkonzentriert/zerstreut/unruhig).

Anmerkungen:

1. Auch wenn die neuere Abhidhamma-Literatur Lōbha und Dōsa Citta als asankhārika (unaufgefordert) und sasankhārika (aufgefordert) kategorisiert, wurden sie im ursprünglichen Abhidhamma nicht so eingeteilt.

2. Zum Beispiel heißen die beiden dōsa-mula cittā in Pali:

       i. dōmanassa sahagata paṭigha-sampayutta citta.

       ii. dōmanassa sahagata sasankhārika paṭigha-sampayutta citta.

  • Das erste Citta entsteht aufgrund von saṃsārischen Gewohnheiten und ist deshalb stärker ausgeprägt. Jemand, der z.B. ein „aufbrausendes Wesen“ hat, erzeugt normalerweise solche potenten Citta.
  • Auf der anderen Seite kann eine Person ohne solche Tendenzen nicht solche gewohnheitsmäßigen hasserfüllten Citta generieren, außer durch starken Druck von Außen (deshalb „widerwillig getan“). Damit kann eine Person aber „neues San“ aufbauen bzw. eine neue Gewohnheit initiieren; daher der Name „sasankhārika„.

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