Was sagt Buddha-Dhamma über Schöpfer, Satan, Engel und Dämonen?

1. Während ein Schöpfergott im Buddha Dhamma fehlt, passen einige Wesen zu konventionellen Vorstellungen über Satan, Engel und Dämonen.

  • Jane Roberts schrieb eine Reihe von populären Büchern über Seth, ein Wesen, das mit ihrer Erlaubnis von ihrem Körper „Besitz ergreifen“ konnte und mit ihrem Mann über verschiedene Dinge in der Welt sprach. Siehe zum Beispiel das Buch „Seth Speaks“ von Jane Roberts (1994). Seth äußerte sich zu verschiedenen Themen und machte auch viele Vorhersagen. Ich bin mir nicht sicher, wie diese „Vorhersagen“ ausgingen. Aber sicher war die Erfolgsquote nicht besser als bei jedem Menschen, der solche Vorhersagen trifft.
  • Dann gibt es noch Ramtha, der durch JZ Knight spricht. Siehe JZ Knight – Wikipedia. Er ist scheinbar ein sehr gütiges Wesen, was ehrliche Ratschläge gibt, wie man ein besseres Leben führen kann. Offensichtlich gibt es für Ramtha eine gewisse Anhängerschaft.

2. Daher müssen zwei Aspekte erörtert werden:

  • Erstens herrscht in vielen Religionen der Glaube an einen „Schöpfergott“. Dieses Konzept steht nicht nur mit Buddha Dhamma im direkten Widerspruch, sondern auch mit der modernen Wissenschaft. Das Prinzip der Kausalität ist die Grundlage sowohl von Buddha Dhamma als auch der modernen Wissenschaft. Für jede Wirkung muss es eine Ursache geben.
  • Andererseits glaubt die moderne Wissenschaft nicht an irgendwelche „unsichtbaren Wesen“. Die Wissenschaft versucht nicht, Phänomene anzugehen, die mit physikalischen Instrumenten nicht messbar sind.
  • Wir betrachten sowohl das Konzept eines Schöpfers als auch den möglichen Einfluss von unsichtbaren Lebewesen.

3. Wenn man diverse Bücher über Religionen liest, stechen zwei Autoren hervor: C.S. Lewis (z.B. „Mere Christianity“) und Francis Collins (z.B. „The Language of God“, 2007).

  • Die Bücher dieser Autoren konzentrieren sich besser auf das Thema, um eine rationale Grundlage für den Glauben an einen Schöpfergott zu schaffen.

4. Nach meinem Verständnis ist für diese beiden Autoren ein Grund für den Glauben an Gott, die Existenz der Moral. Wie können wir die Wahrheit der moralischen Gesetze erkennen und fühlen, wenn Gott sie uns nicht eingepflanzt hat?

  • Auf der anderen Seite kämpften beide Autoren mit dem Thema Satan (Teufel) und warum es Leiden gibt.
  • Warum sollte Gott die Existenz des Satans und das damit verbundene unmoralische Verhalten der Menschen zulassen? Die Hauptschlussfolgerung war, dass Gott sich entschied, dem Menschen freien Willen zu geben, und der Mensch missbrauchte es.
  • Insbesondere C.S. Lewis machte sich Sorgen um die Existenz von Leiden. Warum sollte Gott das zulassen?

5. Nun wollen wir sehen, was Buddha Dhamma zu diesen beiden Themen sagt:

  • Natürlich gibt es in Buddha Dhamma keinen Schöpfergott. Alles geschieht aus (mehreren) Ursachen, und per Definition gibt es keine erste Ursache (d.h. einen Schöpfergott). Die „Welt“ hat existiert, so weit man (mit übernatürlichen Kräften bzw. abhiññā) zurückschauen kann.
  • Sogar Menschen ohne abhiññā Kräfte können sich an ein oder mehrere vergangene Leben erinnern. Siehe Hinweise auf Wiedergeburt.

6. Im Buddha Dhamma ist „das Gute“ und „das Schlechte“ in die Naturgesetze eingebaut. Jedes Lebewesen erlebt „die Welt“ mit seinen Sinnesfähigkeiten und diese Erfahrung kommt in Form von Gedanken (citta).

  • Auf der Grundlage dieser Sinneseindrücke UND des aktuellen Gati werden verschiedene „gute“ und „schlechte“ Antworten erzeugt. Diese Reaktionen manifestieren sich zuerst als bloße Gedanken, aber wir können durch Sprechen und körperliche Handlungen noch mehr hinzufügen.
  • Es gibt 52 geistige Faktoren (cētasika), die sowohl „gute“ Eigenschaften (wie Freundlichkeit, Großzügigkeit, Angst sich falsch zu verhalten usw.) als auch „schlechte“ Eigenschaften umfassen (wie Gier, Hass, Schamlosigkeit und Furchtlosigkeit vor Unrecht).
  • Bis man zu einer der attha purisa puggala (acht edlen Personen) wird, hat man genug schlechte Gati, um Geburten in den Apāya zu bewirken.

7. Somit gibt es keinen Schöpfergott und keinen Satan. Jeder handelt aus eigenem freien Willen und begeht moralische oder unmoralische Taten. Das aktuelle Menschenleben ist das „kumulative Ergebnis“ aller Taten in der tiefen Vergangenheit. Diese manifestieren sich als Charakter (gati) bzw. sansarische Gewohnheiten (asava).

  • Diese Gati und Asava sind in ständigem Fluss. Man kann eines Tages ein Mörder sein, aber dann durch bloße Willenskraft entscheiden, ein „besserer Mensch“ zu werden. Es gibt keine Seele oder ein unveränderliches Selbst. Man kann auch nicht sagen, dass es „kein Selbst“ gibt, denn Gati und Asava gehören zum Lebensstrom. Siehe Was inkarniert? – Konzept eines Lebensstroms.

8. Sogar der Buddha kann nur den Weg zeigen, sich zu ändern, d.h. wie man diese Gati und Asava zum Besseren ändert. Wenn man diesem Pfad folgt, kann man die „Abkühlung“ bzw. Nirāmisa Sukha spüren. Das ist das eigentliche Ziel der buddhistischen Meditation.

  • Der Moralkodex ergibt sich ganz natürlich aus diesem großen Bild. Man kann ein friedliches Leben führen, indem man dasa kusala (zehn moralische Taten) praktiziert und dasa akusala (zehn unmoralische Taten) vermeidet. Siehe Zehn unmoralische Taten (dasa akusala).

9. Betrachten wir das Thema „Dämonen“ und „Engel“ (oder andere Götter). Die meisten auf einem Schöpfer basierenden Religionen haben solche Wesen. Und sie sollen den Menschen beeinflussen können. Gibt es nach Buddha Dhamma solche Wesen?

  • Ja. In Buddha Dhamma ist die Welt viel komplizierter als nur mit Dämonen und Engeln. Wir können nur zwei von 31 möglichen Reichen dieser Welt sehen und erleben. Siehe 31 Reiche verbunden mit der Erde.
  • Wenn jemand abhiññā Kräfte entwickelt, kann man abhängig von der erreichten Stufe einige oder viele dieser anderen Wesen „sehen“.

10. Jedoch kann selbst die Mehrheit der Menschen mit abhiññā Kräften nur einige Bewohner in den unteren 11 Reichen „sehen“ (kāma lōka). Dazu gehören die sechs Dēva Lōka mit weniger dichten Körpern als unsere.

  • Wesen in Rūpalōka und Arūpalōka haben noch weniger dichte „Körper“, als die Wesen der Dēva Lōka.
  • Die sechs Reiche in Dēva Lōka kommen dem „Himmel“ gleich, wie er von den Religionen gesehen wird. Die Wesen dort haben Körper, die frei von Krankheit sind, und es gibt dort viel mehr Glück als in der Menschenwelt. Sie haben auch lange Lebensdauern. Jedes Wesen in einem höheren Reich kann jedoch in Zukunft in den untersten vier Reichen enden (apaya), es sei denn, sie erreichen mindestens die Sōtapanna-Stufe.

11. Einige dieser Wesen können mit Menschen kommunizieren, die abhiññā Kräfte haben oder auch nicht. Manche Wesen sind barmherzig, andere böse. Wesen kommunizieren typischerweise mit Wesen von ähnlichem Charakter (gati).

  • Daher versucht ein böses Wesen (sozusagen „ein Dämon“) normalerweise, mit einem Menschen mit ähnlich miesem Charakter zu kommunizieren. Sie können versuchen, den Menschen zu beeindrucken und ihre Agenda zu erfüllen.
  • Ein gütiges Wesen (man könnte sagen „ein Engel“ oder „ein Gott“) ist normalerweise ein Dēva aus den sechs Dēva-Reichen. Sie helfen Menschen mit gutem Charakter, versuchen aber in der Regel nicht direkt zu kommunizieren. Normalerweise weiß die Person nicht einmal davon.

12. Vielleicht möchten solche Wesen auch gerne „angeben“, versuchen aber aufrichtig, den Menschen zu einem besseren Leben zu verhelfen. Aber diese Wesen selbst sind „Reisende in Samsāra“, die für einen längeren Zeitraum eine gute Geburt haben.

  • Dann gibt es einige Wesen mit bösen Absichten. Ich kenne keine prominenten Fälle wie die oben in Nr. 1 genannten. Es gibt jedoch Berichte über das „Hören von Stimmen“ und sogar Straftaten, die auf den Anweisungen dieser Stimmen beruhen.

13. Wesen mit schlechten Absichten können uns nicht beeinflussen, wenn unsere Denkweise nicht mit der ihren kompatibel ist. Das ist ein entscheidender Punkt!

  • Man ist IMMER für sein Handeln verantwortlich. Wenn man von einem „unsichtbaren bösen Wesen“ beeinflusst wird, liegt das auch an der eigenen mangelnden Moral (schlechte Gati).
  • Unkenntnis der Naturgesetze ist, wie im weltlichen Recht, keine Entschuldigung.
  • Deshalb sind wir alle so lange in diesem leidvollen Wiedergeburtsprozess gefangen. Wir erfassen nicht die Naturgesetze. Nur ein Buddha kann diese Gesetze entdecken, und wir sollten dankbar sein, dass wir in einer Zeit leben, in der diese Botschaft noch verfügbar ist.
  • Wir müssen Buddha Dhamma lernen, schlechte Gati loswerden und gute Gati kultivieren. Das wird den Weg ebnen, ein edler Mensch zu werden und somit frei von jeglichem zukünftigen Leiden zu sein!

14. Diese Welt ist sehr komplex und wir nehmen nur einen winzigen Teil davon wahr. Aber der Punkt ist, dass es in den 31 Reichen nirgendwo einen Ort gibt, an dem man dauerhaft glücklich sein kann.

  • Es hat keinen Sinn, solche Dämonen oder sogar Engel zu suchen. Sie sind in der gleichen oder einer schlechteren Lage als wir. Diese gütigen Wesen werden uns helfen, wenn sie das Gute in uns sehen.
  • Als Mensch haben wir den Vorteil, die Wahrheit über die Gefahren von Wiedergeburt bzw. Samsāra zu erfahren und darauf hinzuarbeiten, dass wir Nibbāna realisieren.

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