Buddhist oder Bhauddhaya?

1. Die Begriffe „Buddhismus“ und „Buddhist“ wurden von englischen, französischen und deutschen Historikern im 19. Jahrhundert erfunden, als sie auf Buddha Dhamma in Indien und Sri Lanka stießen.

  • Der Entdeckung der „Asoka Säulen“ in Indien folgte die Entdeckung der Pali Literatur über Buddha Dhamma in Sri Lanka und anderen Ländern wie Burma und Thailand (zusammen mit übersetzten chinesischen Skripten). Es gab keine praktizierenden „Buddhisten“ oder buddhistische Literatur in Indien.

2. Hier sind zwei wichtige Punkte, die Grundlage der Begriffe sind:

  • Bis zu dieser Zeit war es „Buddha Dhamma“ oder das „Dhamma bzw. die Lehre des Buddha“.
  • Und eine Person, die fleißig den vom Buddha gezeigten Pfad folgte, war ein Bhauddhayä  (=bhava + uddha + = jemand der den Wiedergeburtsprozess stoppen will, d.h. das Leiden beenden will).

3. Heutzutage haben viele Menschen schonmal von Buddha Dhamma gehört. Viele sind einfach nur froh, die Gebote des moralischen Verhaltens zu befolgen, einige praktizieren Samatha-Meditation (z.B. Atem-Meditation), um dem Stress des modernen Lebens zu entfliehen. Und das ist ein perfekt guter Ansatz, zumindest für den Anfang.

4. Jede Person versteht Buddha Dhamma anders, je nachdem wieviel sie vom „korrekten Dhamma“ gehört haben.

  • So haben die meisten Menschen die folgenden Missverständnisse: (1) Buddha Dhamma lindert das Leiden aus körperlichen Beschwerden, (2) Buddha Dhamma verschafft nur vorübergehende Linderung von psychischen Stress (wie in der Atem-Meditation).

5. Buddha wies auf zwei Formen des verborgenen Leidens hin, dessen sich die Menschen nicht bewusst sind:

  • Die unaufhörliche Not oder Ablenkung/Verwirrung, die wir alle fühlen können (aber meist nicht wahrnehmen), ergibt sich aus Gier, Hass und Ignoranz.
  • Unmoralische Taten, die wir aufgrund von Gier, Hass und Ignoranz begehen, werden in zukünftigen Wiedergeburten zu noch mehr Leiden führen (vor allem im Tierreich und darunter).

6. Einige glauben nicht an den Wiedergeburtsprozess, sodass sie nicht wirklich den zweiten Punkt wahrhaben wollen.

  • Allerdings haben viele Menschen die Anfänge von Niramisa Sukha während eines Meditations-Retreats oder bei der regelmäßigen Meditation zu Hause erfahren. Sie erkennen jedoch nicht, dass Niramisa Sukha permanent gemacht werden kann, durch das Lernen des reinen Dhamma und durch das Begreifen der Anicca-Natur dieser Welt; siehe Auf dem Pfad beginnen ohne Glauben an Wiedergeburt.
  • Nur wenn man beginnt die Anicca-Natur zu realisieren, wird man ein wahrer Bhauddhaya.

7. Ein Bhauddhaya  beginnt die Sinnlosigkeit des Seins in allen 31 Reichen zu realisieren und irgendwann wird er/sie die erste Stufe von Nibbana erreichen.

  • Zu diesem Zeitpunkt hat man Niramisa Sukha dauerhaft gemacht, d.h. wenn man keine Meditation für den Rest des Lebens mehr macht, wird man sich trotzdem Niramisa Sukha bewahren.

8. Viele Menschen werden zunächst Buddhist, weil sie entweder den Wunsch haben mehr über die „weitere Welt“ zu lernen oder weil sie ein moralisches Leben und ein Gefühl von Glück suchen.

  • Wenn man aber wirklich dem Pfad des Buddha folgen will, muss man zunächst verstehen, was der Wiedergeburtsprozess ist und warum man diesen stoppen sollte, d.h. anicca, dukkha, anatta verstehen

9. Es gibt keine Rituale um Buddhist oder Bhauddhaya zu werden. Wenn man  von der Weltanschauung des Buddha überzeugt wird und beginnt die Sinnlosigkeit allen Strebens in dieser Welt zu erfassen, wird man ein Buddhist bzw. Bhauddhaya im Sinne des Wortes.

  • Dann wird sich die eigene Persönlicheit ohne Kraftaufwand langsam verändern. Man fängt an die Welt anders zu sehen und anders auf äußere Ereignisse zu reagieren. Es geht um die Veränderung der Wahrnehmung über „dieser Welt“, d.h. es ist alles geistig.

Dhammo ha ve rakkati Dhammacari“, d.h. Dhamma führt und schützt den, der nach dem Dhamma lebt. Man wird mit der Zeit die Veränderung in sich selbst wahrnehmen. Die eigenen Vorlieben und Bindungen ändern sich zuerst.

 

 

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