Punna Kamma – Dāna, Sīla, Bhāvanā

Hier diskutieren wir den Unterschied zwischen Kusala Kamma (sich fernhalten von unmoralischen Taten oder Akusala Kamma) und Punna Kamma (verdienstvolle Taten). Man sollte beides tun.

1. Die unmoralischen Handlungen, die im vorigen Text beschrieben wurden (Zehn unmoralischen Taten (Dasa Akusala)), bringen „schlechtes Kamma“ und „schlechte Ergebnisse“ einschließlich der Wiedergeburt in den unteren vier Reichen.

  • Das Wort kusala (ku + sala, ku steht für kunu oder Verunreinigungen und sala für „loslassen“ oder „loswerden“) bedeutet, sich von Verunreinigungen zu befreien. So sind Kusala Kamma Handlungen, die dazu beitragen, Gier, Hass und Ignoranz zu beseitigen (Raga, Dosa, Moha).
  • Akusala Kriya bzw. Akusala Kamma tun das Gegenteil, d.h. sie tragen dazu bei, Gier, Hass und Ignoranz anzusammeln. Starke Varianten von Akusala Kriya werden als Papa Kiriya oder Papa Kamma bezeichnet.
  • Es gibt eine andere Gruppe von Handlungen, die Punna Kriya genannt wird. Eine solche Handlung erzeugt Freude im Herzen und ist entgegengesetzt zu Akusala oder Papa Kriya. Punna Kriya helfen, den Geist zu reinigen und führen auch zu guten Wiedergeburten.

2. Kusala Kamma (loswerden von Raga, Dosa, Moha) führt schließlich zu Nibbana. Punna Kamma (verdienstvolle Taten) helfen dabei, einen fruchtbaren Hintergrund zum Erreichen von Nibbana zu bereiten.

  • Man muss beides tun.
  • Man wird nicht nur mit Punna Kamma in „guten Reichen“ geboren, sondern man wird mit Langlebigkeit, Gesundheit, Komfort und Reichtum geboren (ayu, vanna, sapa, bala), um Nibbana mit Leichtigkeit verfolgen zu können.

3. Punna Kriya sind verdienstvolle Taten wie Geben, aber abhängig von der Absicht führen sie MÖGLICHERWEISE NICHT zur Beseitigung von Gier, Hass und Ignoranz. Zum Beispiel kann man Geld für Wohltätigkeitszwecke spenden, aber auf eine „Gegenleistung“ hoffen und eine Belohnung für diese Tat erwarten (Akusala Kriya). So oder so ermutigte der Buddha zu Punna Kriya.

  • Man wird immer Verdienste mit Punna Kriya gewinnen, aber diese Verdienste werden sehr gesteigert, wenn man sie mit einem Verständnis der Anicca-Natur tut (dann werden sie zu wahrem Kusala Kriya).

4. Taten, die mit Vermeidung der Akusala Kamma getan werden, sind Kusala Kamma. So sind die zehn Kusala Kamma die Taten, welche die zehn Akusala Kamma ohne irgendein weiteres weltliches Motiv vermeiden, d.h. Belohnungen in den 31 Reichen zu erlangen.

  • Alle Punna Kriya machen den Geist fröhlich. Zum Beispiel kann jemand, der vielleicht noch nicht einmal von Buddha Dhamma gehört hat, einem Bettler Nahrung geben und die „Freude im Herzen“ spüren, weil es ein Punna Kriya ist. Es macht auch den Geist empfänglich für das Verstehen der wahren Natur dieser Welt, d.h. anicca, dukkha, anatta.
  • Wenn man ein Punna Kriya mit zunehmendem Verständnis der wahren Natur macht, wird es zu Kusala Kamma mit mehr Verdienst. Je höher der Grad des Verstehens, desto größer sind auch die Verdienste solcher Taten.
  • Wenn man anicca, dukkha, anatta wirklich versteht, verhindert man automatisch z.B. Diebstahl oder Lüge. Das tut man nicht nur als gewöhnliches moralisches Verhalten, sondern weil man sich in dieser unfruchtbaren Welt nichts zuschulden kommen lässt, indem man so schädliche Dinge tut. Die Folgen wären viel schlimmer im Vergleich zum kurzlebigen Genuss, der sich aus solch schlechten Taten ergibt.

5. Die folgenden zehn verdienstvollen Taten (Punna Kriya) werden „gutes Kamma“ und „gute Ergebnisse“ bringen, einschließlich der Wiedergeburt im Menschen-Reich und darüber. Wenn sie mit den richtigen Absichten getan werden, werden sie mächtige Kusala Kriya und solche Taten können zur Sotapanna-Stufe führen; siehe Kusala-Mula Paticca Samuppada.

Die verdienstvollen Taten (Punna Kriya) sind in drei Gruppen unterteilt: Däna (Großzügigkeit), Sila (moralisches Verhalten) und Bhavana (Meditation).

Dana (Großzügigkeit/Geben):

1. Dana (Geben)
2.
Übertragung von Verdiensten an andere (Pattidana)
3.
Freude (Akzeptieren oder Anteil nehmen) über Verdienste von anderen (Pattanumodana)

Sila (Moral):

4. Sila (Moral), d.h. befolgen von 5, 8 oder 10 Geboten
5. Respekt gegenüber Älteren und heiligen Personen (apacayana)
6. Ehrung religiöser Orte, Pflege solcher Orte usw. (veyyavacca)

Bhavana (Meditation):

7. Meditation (Bhavana)
8. Dhamma-Diskurse hören (Dhamma savana)

9. Lehren des Dhamma (Dhamma Desana)

10. Korrigieren der falschen Ansichten, besonders bzgl. Kamma (ditthijukamma)

Zum letzten Punkt siehe Was ist Kamma? – Wird alles durch Kamma bestimmt?.

6. Darum bilden Dana, Sila, Bhavana die „Basis“ eines moralischen Lebens.

  • Die „Dana-Gruppe“ hilft einem, die eigene Gier (Lobha) zu überwinden.
  • Die „Sila-Gruppe“ hilft, Hass (Dosa) aus dem Geist zu entfernen.
  • Die „Bhavana-Gruppe“ hilft dabei, die Ignoranz (Moha) aus dem Geist zu entfernen, indem man Dhamma lernt und die falschen Ansichten (Micca Ditthi) loswird.

7. Da die Abkühlung hin zu Nibbana Gier, Hass und Ignoranz aus dem Geist entfernt, ist es klar, wie diese zehn Taten den Weg zu Nibbana ebnen. Wenn man sich mehr und mehr mit diesen Aktivitäten beschäftigt, kann das „Abkühlen“ oder „Niveema“ erfahren werden; siehe Wie man Nibbana schmeckt.

  • In der Sila-Gruppe fängt man an, die fünf Gebote zu befolgen, d.h. bewusstes Vermeiden, lebende Wesen absichtlich zu töten, zu stehlen, sexuelles Fehlverhalten, zu lügen und sich zu berauschen. Das letzte Gebot wird normalerweise als Rausch mit Alkohol oder Drogen angesehen, beinhaltet aber auch Berauschen mit Geld, Schönheit, Macht, Position usw.

8. Es ist immer eine gute Idee sich zu vergegenwärtigen, warum dies moralische Taten sind: Weil sie helfen, den Geist zu reinigen.

  • Die meisten Leute verzichten auf Alkohol-Genuss, zögern aber nicht, ihren Reichtum, ihre Schönheit, ihre Kraft usw. zur Schau zu stellen. Sie sind auch „betrunken“.
  • Andere legen viel Wert darauf nicht zu lügen, zögern aber nicht, andere zu beschimpfen oder zu verleumden.
  • Auch sollte man erkennen, dass ein Menschen-Leben im Vergleich zu einem Tierleben viel mehr Gewicht hat; siehe Gewichtung von verschiedenem Kamma.
  • Vor allem aber ist die 10. verdienstvolle Tat die potenteste, was die meisten Menschen vernachlässigen. Falsche Ansichten (niyata micca ditthi) zu etablieren, ist eine sehr potente unmoralische Tat. Daher muss man dies klar verstehen; siehe Zehn unmoralische Taten (Dasa Akusala).

9. Deshalb hat das Lernen des Dhamma einen prominenten Platz in der Bhavana-Sektion. Wenn man die tieferen Konzepte des Dhamma allmählich begreift, werden falsche Ansichten allmählich entfernt. Es reicht nicht aus, nur zu sagen: „Ich werde diese Ansichten nicht mehr haben“, auch wenn eine solche Entschlossenheit gut ist. Der Geist muss Beweise sehen, um die falschen Ansichten loszuwerden. Das Gefühl des Niramisa Sukha wird es leichter machen, falsche Ansichten zu entfernen.

 

Der hohe Wert verdienstvoller Taten mit Verständnis

1. Wenn man eine gute Tat mit dem Wissen von Kamma und seinen Wirkungen und auch mit Verstehen von anicca, dukkha, anatta durchführt, dann werden die guten Wurzeln mit Verständnis assoziiert. Der Wille wird von allen drei guten Wurzeln begleitet: Nicht-Gier (Alobha), Nicht-Hass (Adosa), Nicht-Wahn (Amoha). So wird drei-wurzeliges (tihetuka = ti + hetu) heilsames Kamma erworben.

  • Auf der anderen Seite, wenn man eine heilsame Tat vollbringt, ohne Kenntnis von Kamma und seinen Auswirkungen oder der grundlegenden unfruchtbaren Natur dieser Welt, tut man das ohne Verständnis. Dann wird der Wille nicht von Nicht-Wahn, sondern nur von den beiden Wurzeln Nicht-Gier (Alobha) und Nicht-Hass (Adosa) begleitet. So wird zwei-wurzeliges (dvihetuka = ​dvi + hetu) Kamma erworben. Dies ist weniger verdienstvoll als das Drei-Wurzel (tihetuka) Kamma.

2. Eine ausführliche Betrachtung findet sich unter Ein einfacher Weg zur Verbesserung der Verdienste (Kusala) und Vermeidung von Nachteilen (Akusala). Wir werden diese Effekte auch im Abhidhamma-Abschnitt ausführlich besprechen. Aber es ist wichtig zu erkennen, dass die Stärke des Kamma Vipaka für eine gegebene verdienstvolle Tat abhängig von der Ebene des Verstehens variieren wird. Zum Beispiel wird das Ausstellen eines Checks für die Wohlfahrt gute Ergebnisse bringen, aber viel bessere Ergebnisse erzielt man, wenn man direkt am Geben beteiligt ist, indem man darüber vorher und nachher nachdenkt, und sich in den Prozess einbringt (z.B. Zubereitung von Mahlzeiten für Obdachlose).

3. Um diese Art von besserem Kamma zu erwerben, sollte man im Voraus an die moralische Handlung denken und froh sein, die Chance zu haben. Nach dem Durchführen der Handlung sollte man darüber nachdenken und voller Freude über die guten Aspekte der Tat nachdenken. Darüber hinaus kann man mehr verdienen, indem man Punna Anumodana oder Pattidana (Übertragung von Verdiensten auf andere, #2 Kusala Kamma oben) macht, weil dies dazu führt, sansarische Schulden abzuzahlen; siehe Kamma, Schulden und Meditation.

  • Auf der anderen Seite, wenn man sich faul, widerstrebend, eifersüchtig oder geizig fühlt, bevor man eine moralische Tat vollbringt, dann wird der moralische Wille von anderen ungesunden Absichten (cetana) umgeben sein. Folglich wird die Potenz geschwächt. Das in diesem Fall erworbene heilsame Kamma ist minderwertig.

Daher ist es wichtig Dhamma zu lernen, um solche Details zu erfassen und die verdienstvollen Taten voll zu nutzen. Außerdem ist es interessant zu sehen, wie all diese Details „in das Gesamtbild passen“; siehe Die Bedeutung der Reinigung des Geistes.

 

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