arōgyā paramā lābhā..

Arōgyā paramā lābhā
Arōgyā paramā lābhā
Santuṭṭhiparamaṃ dhanaṃ
vissāsa paramā ñāti
Nibbānaṃ paramaṃ sukhaṃ

(Dhammapada 204)

Hier ist ein Rezitat des ehrwürdigen Thero:

1. Wie bei vielen Dhammapada-Versen (und Sutta) ist die konventionelle (padaparama) Interpretation die weithin bekannte:

„Gesundheit ist der ultimative Gewinn,
Freude ist der ultimative Reichtum,
ein vertrauenswürdiger Freund ist der beste Verwandte,
Nibbāna ist ultimative Glückseligkeit“

  • Die tiefe Bedeutung bleibt meist verborgen. In einigen Krankenhäusern in Sri Lanka wird der Vers „Arōgya Parama Lābhā“ in großen Buchstaben angezeigt, um die Vorteile der Gesundheit hervorzuheben.
  • Die konventionellen Bedeutungen kann man zum guten Leben beibehalten. Doch sollten wir auch versuchen, die tieferen Bedeutungen zu erfassen, um dem edlen Pfad zu folgen.

2. Parama bedeutet „ultimativ“ oder „prominent“. Übrigens bedeutet das Wort padaparama oben die Interpretation, welche die „konventionelle Bedeutung eines Wortes hervorhebt“. Pada ist „Wort“.

3. Rōga bedeutet „Krankheit“, also bedeutet arōgya „nicht krank“. Die Körper aller Wesen unterhalb von Devalokā sind Krankheiten ausgesetzt. Wir können die Möglichkeit von Krankheiten erst beseitigen, wenn die Ursachen für Wiedergeburt im Menschenreich oder darunter (apaya) entfernt werden, d.h. Sakadāgāmi-Stufe ist nötig.

  • Lābha ist „Gewinn“. Der ultimative Gewinn (besser als jeder Reichtum dieser Welt) ist der Status „ohne Krankheit“ und das erreicht man als Sakadāgāmi.

4. Santuṭṭhi kommt von san + tuṭṭhi bzw. „San entfernen“. Santutthi und das häufigere singhalesische Wort santhosa bedeuten „glücklich“. Wenn man San entfernt, gewinnt man Niramisa Sukha bzw. „Abkühlung“.

  • Dhanaṃ bedeutet „Reichtum“. Das singhalesische Wort ist Dhanaya. Somit  erreicht man ultimativen Wohlstand durch Entfernen von San bzw. Verunreinigung (Gier, Hass, Unwissen).

5. Vissāsa kommt von vis + āsā, mit āsā = āsava bzw. Verlangen. Es bedeutet also, „das Verlangen löschen, was einen an Saṃsāra bindet“.

  • Ñāti bedeutet „Verwandter“. Der ultimative Verwandte bzw. die ultimative Zuflucht wird erreicht, indem man das Verlangen nach weltlichen Dingen freiwillig aufgibt.

6. Nibbānaṃ paramaṃ sukhaṃ können wir wie in der konventionellen Version oben stehen lassen als: „Nibbāna ist die ultimative Glückseligkeit“. Zusammen lautet der Vers:

Der ultimative Gewinn ist ohne Krankheit zu sein.
Den ultimativen Wohlstand erreicht man durch Entfernen von San.
Die ultimative Zuflucht ist das Aufgeben von Verlangen.
Nibbāna ist die ultimative Glückseligkeit.

7. Darüber hinaus lautet die korrekte Pāli-Version des Gāthā (Vers):

Arōgā paramā lābhā
san tutthi paramaṃ dhanaṃ
vis āsa paramā
 ñāti
Nibbānaṃ paramaṃ sukhaṃ

  • Buddha Dhamma kennt keine sprachlichen, kulturellen und sozialen Schranken. Es ist jederzeit überall gültig. Der Buddha riet jedoch, den Tipiṭaka niemals zu übersetzen, insbesondere nicht ins Sanskrit, da die Bedeutung bestimmter Wörter verzerrt wird. Siehe Bewahrung des Dhamma.
  • Tragischerweise ist genau das in den letzten 1500 Jahren geschehen, zumindest seit Buddhaghosa seinen Visuddhimagga niederschrieb, wahrscheinlich sogar noch früher. Am schädlichsten war die Ersetzung von anicca durch das Sanskrit-Wort anitya und paṭicca samuppāda durch pratītyasamutpāda.
  • Doch der Buddha riet uns, dass es wirklich auf das Verstehen der Bedeutung eines bestimmten Wortes oder einer Phrase ankommt. Er sagte, man solle die Wörter und Ausdrücke verwenden, die für die jeweilige Gegend geeignet sind, um die BEDEUTUNGEN der Pali-Schlüsselwörter zu vermitteln. Während wir den Tipiṭaka in Pāli intakt halten, sollten wir seinen Inhalt so interpretieren, dass die korrekten Konzepte je nach Zuhörerschaft am besten vermittelt werden. Siehe Sutta – Einführung.

8. Das Gātha oben war auch unter den vedischen Brahmanen in den Tagen des Buddha beliebt. In der Māgandhiya-Sutta (MN 75) wird beschrieben, wie der Māgandhiya-Brahmane dem Buddha sagt, dass sein Lehrer ihm denselben Vers auch beibrachte. Als der Buddha ihn bat, die Bedeutung zu erklären, nannte Magandhiya die konventionelle Interpretation wie in Nr. 1 oben.

  • Der Buddha erzählte Magandhiya, dass dieser Vers vom früheren Buddha Kassapa (allgemein „von den Buddhas“) bis zu den vedischen Schriften weitergereicht wurde („pubbakehesā, māgaṇḍiya, arahantehi sammā­sambud­dhehi gāthā bhāsitā“), dessen Buddha Sāsana natürlich verschwunden ist (das aktuelle Buddha Sāsana wird noch grob 2500 Jahren andauern).
  • Mit dem Ende eines Buddha Sāsana (Wirkzeit eines Buddha Dhamma) bleiben nur konventionelle Bedeutungen des reinen Dhamma, wenn keine Ariyā mehr geboren werden (jatisotapanna), welche die tiefen Bedeutungen solcher Verse richtig interpretieren können. Dann braucht es einen neuen Buddha, um die wahren Bedeutungen zurückzubringen.

9. Wer tiefer in den Tipiṭaka eintauchen möchte, kann z.B. die Santuṭṭha Sutta (SN 16.1) lesen und sehen, dass jemand Santuṭṭha hat, der ein einfaches Leben mit minimalem Verlangen führt, wie der ehrenwerte Kassapa: “..Santuṭṭhāyaṃ, bhikkhave, kassapo itarītarena cīvarena, itarīta­ra­cīva­rasan­tuṭ­ṭhiyā ca vaṇṇavādī; na ca cīvarahetu anesanaṃ appatirūpaṃ āpajjāti; aladdhā ca cīvaraṃ na paritassati; laddhā ca cīvaraṃ agadhito amucchito anajjhāpanno ādīnavadassāvī nissaraṇapañño paribhuñjāti.”.

 

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