Kama Asvada starten mit Phassa paccaya Vedana bzw. Samphassa ja Vedana

Hier die Pali-Wörter im Titel mit korrekter Aussprache:

1. In vorherigen Text Was ist Kama? Es ist nicht nur Sex wurde klar, dass Kāma nicht Sex oder einfach ein attraktives Sinnesobjekt ist. Kama ist Vaci Sankhara über Sinnesobjekte (immer wieder über diese Freuden nachdenken).

  • Kāma (oder Kāma Assada) ist Sankalpita Rāga, d.h. Nachdenken über solche Sinnesobjekte und ihnen Priorität geben. Diese Vaci Sankhara entstehen, wenn unsere tief verwurzelten Asava/Anusaya durch bestimmte Sinneseindrücke getriggert werden.
  • Somit meint Kāma AssadaSankalpita Rāga, Mano Sankhara  grundsätzlich das gleiche. Kāma Assada  liegen also jeseits von Sinneseindrücken, die durch Kamma Vipaka entstehen. Kāma Assada  ist das Ersehnen, Denken und Planen solcher Sinneseindrücke.
  • Einige extreme Kāma Assada  (zumindest davon initiierte Rede und Handlung) kann man durch Verstehen der schlechten Folgen unterdrücken (Adeenava).
  • Ohne einen Buddha würden wir nicht einmal wissen, dass selbst milde Kāma Assada  schlechte Folgen haben.

2. Jetzt müssen wir klären, wie man auch milde aber immer noch schädliche Kāma Assada verhindert. Wir verwenden die gleiche Taktik wie im Text zuvor und in der Einleitung zu dieser Serie gesagt.

  • Wenn der Geist begreift, dass bestimmte Handlungen schädlich sind, vermeidet er solche Handlungen. Der beste Weg, mit dem Rauchen aufzuhören, ist das volle Verständnis über die schlechten Folgen dieser Gewohnheit. Ein weiterer Weg ist das Kultivieren guter (Ersatz-)Gewohnheiten (z.B. Dhamma lesen und hören).
  • Der primäre Weg, um schlechte Gewohnheiten effektiv zu beseitigen (Nissarana), ist das Verstehen der schlechten Folgen (Adeenava) solcher Kāma Assada.

3. Hier kommt ein weiterer wichtiger Aspekt von Buddha Dhamma ins Spiel. Die einzigartige Botschaft ist, dass Kāma Assada auf lange Sicht nicht nur schädlich, sondern auch fruchtlos sind. Wenn man sie aus dem Blickwinkel des Buddha analysiert, kann man sehen, dass sie nur Sinn machen, wenn man Unkenntnis über die wahre Natur dieser Welt hat.

4. Der Unterschied zwischen Vipaka Vedana und Kāma Assada muss verstanden werden. Wir können Vipaka Vedana nicht völlig vermeiden, aber wir können Kāma Assada durch Reinigung des Geistes stoppen.

Kāma Assada  werden in der Regel durch Vipaka Vedana ausgelöst. Kāma Assada sind völlig Geist gemacht.

  • Ein Ehepaar geht gemeinsam die Straße entlang und die Frau bleibt vor einem schönen Gemälde im Schaufenster stehen. Der Mann sieht auch das Gemälde, zuckt mit den Schultern und will weitergehen. Es ist etwas teuer, sodass die Frau nachdenkt, ob sie es sich jetzt leisten kann. Sie würde es wirklich gerne kaufen. Der Mann hat kein Interesse daran und sieht es als Geldverschwendung an.
  • Beide sehen das gleiche Bild als Vipaka Vedana. Das ist ein „Seh-Ereignis“ und laut Abhidhamma ist das neutral. Die Ausnahme hier sind Körperkontakte, die direkt entweder Dukha Vedana  (z.B. ein Schnitt mit dem Messer) oder Sukha Vedana  (z.B. eine Massage) erzeugen können.
  • Das „Glücksgefühl“ im Geist der Frau ist also Kāma Assada. Der Mann erzeugt das im Fall des Gemäldes nicht. Das „Glücksgefühl“ der Frau ist nicht Teil des Gemäldes.

5. Im obigen Fall genießt nur die Frau Kama Assada aufgrund des Sehens eines Gemäldes. Dazu startet ein pavutti akusala-mula Paticca Samuppada Zyklus, der von ihrem tief verwurzelten Verlangen (Asava / Anusaya) nach solchen Objekten angetrieben wird. Avijja ist natürlich auch notwendig.

  • Wir könnten auch sagen, auf „cakkhunca paticca rupeca uppadati cakkhu vinnanan“ folgt „thinnan sangathi phasso“ und „phassa paccaya vedana”; siehe Tanha – Wie wir via Gier, Hass und Ignoranz anhaften.
  • Jetzt haftet die Frau an dem Bild und sieht ganz bewusst darauf, „avijja paccaya sankhara“ startet und es folgt unmittelbar der Schritt „(san)phassa paccaya vedana”, siehe Akusala-Mula Pavutti (oder Pravurthi) Paticca Samuppada.
  • Doch der Mann, der das gleiche Gemälde sieht, hat keine Asava / Anusaya für solche Objekte, haftet deshalb nicht daran und startet keinen akusala mula PS-Prozess.

6. Da die Frau nun am Gemälde hängt (Tanha), kann sie zahlreiche pavutti akusala-mula PS-Zyklen durchlaufen. Sie genießt Kāma Assada selbst nachdem das Paar weitergegangen ist, denn sie denkt immer wieder darüber nach. Jetzt erschafft sie Vinnana und Bhava für das Gemälde.

  • Kāma Assada tauchen selbst zu Hause wieder auf. Das beginnt mit „mananca paticca dhammeca uppaddati mano vinnanan”, d.h. sie erinnert sich an das Gemälde z.B. beim Abwaschen.
  • Eine Möglichkeit der Erklärung ist, dass sie ein Vinnana für das Gemälde kultiviert hat, was jetzt wieder auftaucht, selbst ohne bewusste Anstrengung.
  • Ein andere Möglichkeit der Erklärung besteht darin zu sagen, sie hat Bhava für das Gemälde erzeugt und es ist ein Dhamma, was in den Sinn kommt, wenn die Bedingungen passen: „mananca paticca dhammeca uppaddati mano vinnanan”. Jedoch würde dieses Dhamma  (oder Konzept oder Gedanke) keinen Kontakt mit dem Geist haben, wenn  sie einen Diskurs hören oder über ein Schlüsselkonzept wie Anicca nachdenken würde. Da sie aber eine wenig anspruchsvolle Aufgabe hatte (Abwaschen), war die Chance für das Auftauchen des Vinnana größer.

7. Nehmen wir nun an, dass das Paar eine Woche später am selben Geschäft vorbeigeht. Die Frau erinnert sich an das Gemälde, aber es ist nicht mehr da. Jemand anders hat es gekauft. Was geschieht nun?

  • Die Frau wird verstört sein: „Ich hätte es gleich kaufen sollen; jetzt finde ich bestimmt nie wieder so ein schönes Bild“. Der Mann hingegen wird keine unangenehmen Gefühle haben, außer vielleicht ein schlechtes Gefühl seiner Frau gegenüber, dass er ihren innigen Wunsch nach dem Gemälde nicht erfüllt hat.
  • Dies ist das Leiden, was wir schon in diesem Leben stoppen können. Das ist kein Vipaka Vedana, sondern Samphassa ja Vedana. Die Frau leidet nur, weil sie an dem Gemälde anhaftet.

11. Jetzt können wir sehen, dass Tanha und Gathi zwei kritische Komponenten sind. Beide können reduziert werden, wenn man die schlechten Folgen (Adeenava) von Kāma Assada betrachtet.

  • Und das kann zu dauerhaften Veränderungen der Sichtweise führen, wenn man anicca, dukkha, anatta begreift. Dann ändert sich das Gathi permanent zum moralischen Gathi eines Sotapanna, was wiederum Geburten in den Apaya verhindert. Auch ein Sotapanna kann noch Samphassa ja Vedana erzeugen, jedoch nur noch milde Formen und somit wird das entstehende Leiden auch geringfügig sein.
  • Der Buddha realisierte das als Asavakkhaya Nana, d.h. das Wissen über das Entfernen von Asava (und Anusaya) via Beseitigung schlechter Gewohnheiten (Dugathi) und Kultivieren guter Gewohnheiten (Sugathi). Siehe den Abschnitt zu Bhavana:  9. Schlüssel zu Anapanasati – Wie man Gewohnheiten und Charakter verändert.

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