Sankhāra paccayā Viññāna – 2

Im vorhergehenden Beitrag haben wir gesehen, wie Sankhara verschiedene Arten von Viññāna während unserer Lebenszeit erzeugen kann. Das ist der Pavutti Paticca Samuppada Prozess und wir betrachteten den Schritt sankhara paccayā pavutti viññāna .

  • Jetzt werden wir besprechen, wie solche Pavutti Viññāna gestärkt und  in zukünftige Leben „übertragen“ werden. Ein starkes Viññāna kann auch die nächste Geburt bestimmen. Dann wird das Viññāna zum Patisandhi Viññāna und liefert die Verknüpfung zum nächsten Leben (das bedeutet patisandhi=sandhi oder Verbindungpati oder Herstellen der Verbindung).

2. Sankhara paccayā Patisandhi Viññāna

1. Wenn wir Pavutti Viññāna während unserer Lebenszeit aufbauen, kann dieses Viññāna sehr stark wachsen und sogar ins nächste Leben übertragen werden.

  • In der Tat können einige der Viññāna, an die wir uns leicht binden, aus früheren Leben stammen.

2. Zum Beispiel haben verschiedene Menschen „natürliche Tendenzen“ für bestimmte Tätigkeiten (Musik, Kunst, Wissenschaft, Geschäfte, im Grunde jede Art von Aktivität). In ähnlicher Weise werden einige Leute von Risikospielen, Alkoholgenuss oder Sport angezogen. All dies sind sansārische Gewohnheiten, die durch „Fütterung des Viññāna“ über viele Leben kultiviert wurden.

  • Solange man schlechte Gewohnheiten nicht reduziert und schließlich entfernt,  können sie zu schlechten Geburten führen. In ähnlicher Weise führen gute Gewohnheiten zu guten Geburten.
  • Aus diesem Grunde ist es sehr wichtig „schlechte Gewohnheiten“ loszuwerden und „gute Gewohnheiten“ zu kultivieren. Es gibt viele Artikel auf dieser Webseite zu diesem wichtigen Thema. Ich kann nicht genug betonen, wie wichtig es ist Gewohnheiten zum Besseren zu ändern.

3. Beim Edlen Achtfachen Pfad dreht sich zuerst alles um die Veränderung hin zu einer „guten Person“. Anāpānasati Bhavana bewirkt das Gleiche. Wenn man dies tut, entwickelt man Weisheit, um die drei Merkmale zu realisieren: anicca, dukkha, anatta. Das führt auch zur Sotapanna-Stufe.

  • Viele Menschen hören zuerst vom falschen Konzept „Es gibt kein Selbst“ (falsche Übersetzung des Begriffs anatta). So stecken sie fest und sagen sich, der Begriff „guter Mensch“ sei nicht sinnvoll (da es ja kein „Selbst“ gibt). Das könnte ein großes Hindernis für jeden Fortschritt werden. Während der Buddha den Begriff des „Selbst“ ablehnte, wies er auch das Konzept des „Nicht-Selbst“ zurück. Es gibt auf jeden Fall wichtige persönliche Eigenschaften, die von Leben zu Leben fließen. Siehe Was reinkarniert? – Konzept eines Lebensstroms.

4. Sobald man frei von den vier unteren Reichen ist (d.h. Sotapanna), erkennt man auch, dass selbst der Wunsch nach Wiedergeburt in den höhren Reichen unfruchtbar ist.

  • Aber bis man die Sotapanna-Stufe erreicht, muss man stark unmoralische Taten (Abhisankhāra) vermeiden und stattdessen moralische Taten und moralisches Viññāna kultivieren. Dies wird einen fest auf dem Pfad halten.

5. Dukkha Dukkha entsteht aus unmoralischen Sankhara in einem früheren Leben. Ein Tier leidet mehr als ein Mensch, weil die Ursache für eine Tier-Geburt in einer stärkeren unmoralischen Tat zu finden ist.

  • Dukkha Dukkha ist weniger mit höheren Reichen assoziiert (Deva, Brahma), weil die Sankhara, die zur Geburt als Deva/Brahma führen, nur unfruchtbar sind, nicht unmoralisch.

6. Jede Geburt irgendwo in den 31 Reichen hat Abhisankhāra als Ursache. Wenn es aufgrund einer schlechten Form von Abhisankhāra geschieht (unmoralische Taten), erfolgt die Geburt in den unteren vier Reichen über ein starkes und schlechtes Patisandhi Viññāna. Sind es nur unfruchtbare Abhisankhāra (unfruchtbare Taten), erfolgt die Wiedergeburt in höheren Reichen über starkes und „moralisches“ Patisandhi Viññāna.

  • Deshalb muss „unmoralisches“ Abhisankhāra Viññāna vermieden werden. Andernfalls kann Sankhara paccaya Patisandhi Viññāna zu „schlechten Geburten“ führen, wo Dukkha Dukkha intensiv ist.

7. Viparināma Dukkha im aktuellen Leben ist ebenfalls hauptsächlich durch vorherige Taten bestimmt (Abhisankhāra), die zu diesem Leben führten.

  • Aber Sankhara Dukkha im aktuellen Leben wird durch Taten (Sankhara) in diesem Leben bestimmt. Die gleichen Sankhara,  die in Zukunft zu Dukkha Dukkha oder Viparināma Dukkha führen, können auch Sankhara Dukkha in diesem Leben erzeugen.
  • Deshalb können wir einen Teil von Dukkha in diesem Leben loswerden (die Sankhara Dukkha), indem wir Dhamma verstehen und danach handeln und denken. Wir können durch diesen Prozess auch alle Arten von Dukkha stoppen oder reduzieren, die uns in zukünftigem Leben erwarten.

Wenn Sie vergessen haben, was bestimmte Begriffe bedeuten, sollten Sie zurückgehen und das Gedächtnis auffrischen, denn sonst wird es schwierig sein, die kommenden Beiträge in dieser Serie zu verstehen. Diese Begriffe sind von entscheidender Bedeutung um die Botschaft des Buddha zu begreifen. Avijja, Sankhara und Viññāna sind Schlüsselbegriffe, die verstanden werden müssen; sie haben keine gleichwertigen deutschen Entsprechungen.

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