5. Ariya Metta Bhavana (Meditation der liebevollen Güte)

Die Top 10 Beiträge in diesem Abschnitt beschreiben einen Weg der Meditation, um dem Edlen Pfad zu folgen und die Sotapanna-Stufe von Nibbana zu erreichen. Der Rest der Beiträge in diesem Abschnitt befasst sich mit möglichen Meditationsthemen und kann zusammen mit anderen Beiträgen auf der Seite verwendet werden, um ungelöste Fragen zu klären und Samadhi zu erlangen. Es wird empfohlen, die ersten 11 Beiträge zumindest in dieser Reihenfolge zu lesen.

1. Wir alle haben unzähliges „schlechtes Kamma Vipaka“ im Zyklus der Wiedergeburten erworben. Es gibt ein sehr einfaches Rezept, um viele schlechte Kamma Vipaka daran zu hindern, Früchte zu tragen, indem man diese Samen abnutzt und schließlich entfernt.

  • Wir erwerben einen schlechten „Kamma-Samen“, wenn wir einem Lebewesen etwas falsches antun und uns damit bei diesem Wesen verschulden. Genau wie wir uns finanziell entschulden, können wir auch Kamma-Schulden tilgen. Das Problem ist, dass wir bei unzähligen Wesen in früheren Wiedergeburten Schulden gemacht haben. In der Metta Sutta (Haliddavasana Sutta) und anderen Suttas hat der Buddha erklärt, wieviel von dieser Schuld durch Ariya Metta Bhavana und auch durch Übertragung der Verdienste auf „alle Wesen“ abgetragen werden kann. Siehe Übertragung von Verdiensten (Pattidana). Hier konzentrieren wir uns auf die Ariya Metta Bhavana.

2. Die Standard Metta Bhavana (“Meditation der liebevollen Güte”) geht in etwa so: „Möge ich selbst und alle Wesen frei vom Leiden sein. Mögen alle Wesen gesund und glücklich sein …“, oder ähnliche (längere) Passagen.

  • Jede Art solcher Meditation ist natürlich gut. Es macht den eigenen Geist ruhig und lässt einen über das (weltliche) Wohlergehen der anderen Wesen nachdenken.

3. Allerdings hat die Ariya Metta Bhavana eine viel tiefere Bedeutung. Sie wird mit zumindest einer Vorstellung von der Komplexität „dieser Welt“ mit 31 Reichen und dem Status der Wesen in diesen Reichen getan. Um wahres Mitgefühl und Güte zu kultivieren, muss man die möglichen Leiden in all diesen Reichen fühlen. Siehe Die große vereinheitlichte Theorie:

  • Die Wesen in den unteren vier Reichen (Apaya) erleiden unvorstellbare Schmerzen, sowohl physisch als auch mental.
  • In den untersten fünf Reichen (Apaya und Menschen-Reich) haben Wesen physische Körper, die Krankheiten, Schmerz und Alterung unterliegen, bevor sie sterben.
  • Die Reiche sechs bis elf gehören den Devas. Sie haben augenblickliche Geburten mit voll ausgebildeten (aber weniger dichten) Körpern, die keinen Krankheiten, Schmerzen und sichtbaren Zeichen des Alters ausgesetzt sind, bis kurz vor dem Tod. Aber sie haben auch alle fünf physischen Sinne ebenso wie die unteren fünf Reiche. So können sie abstoßende Berührung, unangenehmen Geschmack, Geruch, Geräusch oder Sichtbares erleiden.
  • Die höheren 20 Reiche, die Rupa Loka und Arupa Loka umfassen, haben Wesen mit noch weniger dichten Körpern als die Devas. Die Wesen dort haben keine physischen Sinnesfähigkeiten für Geschmack, Geruch und Körperkontakt. Somit ist jedes Leid nur geistig und nicht so intensiv wie in den unteren Reichen.

4. Jedoch ist kein Lebewesen frei von zukünftigem Leid in einem der 31 Reiche. Solange die Sotapanna-Stufe von Nibbana nicht erreicht ist, können auch die Wesen im höchsten Reich am Ende wieder in den Apaya geboren werden.

  • Der einzige Weg um die Sotapanna-Stufe zu erreichen, ist das Verstehen der drei Merkmale dieser Welt mit 31 Reichen: anicca, dukkha, anatta.
  • Die erste Ebene des Verstehens von anicca, dukkha, anatta führt zur Sotapanna-Stufe. Damit wird man für immer frei von den Apaya. Dies geschieht über die Unfähigkeit des Geistes eines Sotapanna, bestimmte Citta zu erzeugen (mit apayagami Stärke). Siehe Apayagami Citta vermeiden.
  • Wenn die nächste Stufe von Nibbana (Sakadagami) erreicht ist, wird man frei von Geburten in den unteren fünf Reichen, wo aufgrund von dichten Körpern Krankheit, körperliche Schmerzen und Alterung möglich sind. So wird man DAUERHAFT „gesund“, indem man Sakadagami wird.
  • Auf der Anagami-Stufe entfernt man mehr Akusala Citta (und erfüllt weitere Bedingungen) und wird nie wieder in Kama Loka geboren, einschließlich der Deva-Reiche. So wird man DAUERHAFT frei von jeglichem körperlichen Leiden.
  • Dann werden auf der Arahant-Stufe alle Verunreinigungen aus dem Geist entfernt und man wird in keinem der 31 Reiche wiedergeboren. Der Geist wird wirklich frei und man erreicht permanent Niramisa Sukha; siehe Drei Arten von Glück – Was ist Niramisa Sukha? .
  • Wie Sie sehen können, hat die Ariya Metta Bhavana eine ähnliche Struktur wie die weltliche Metta Bhavana, aber die Worte haben tiefere Bedeutung. Jetzt bedeutet „gesund sein“ für immer gesund zu sein, d.h. ohne Körper, der krank wird und altert.

5. Die Ariya Metta Bhavana wird so formuliert:

  • „Mögen alle Lebewesen und ich selbst die Sotapanna-Stufe erreichen und für immer frei sein von Leiden in den Apaya.
    „Mögen alle Lebewesen und ich selbst die Sakadagami-Stufe erreichen und für immer  gesund sein.”
    „Mögen alle Lebewesen und ich selbst die Anagami-Stufe erreichen und für immer zufrieden und heiter sein.”
    „Mögen alle Lebewesen und ich selbst die Arahant-Stufe erreichen und frei von allem Leiden sein und volle nibbanische Glückseligkeit erfahren.”
  • Alle vier Brahma Vihara  (Metta, Karuna, Mudita, Upekkha) werden mit dieser Bhavana kultiviert.

6. Was zählt, sind nicht die genauen Worte, sondern was man im Herzen fühlt. Um das zu tun, muss man wirklich begreifen, dass es wahres Elend in dieser Welt gibt, nicht nur im Menschen- oder Tier-Reich, sondern auch in vielen anderen Reichen mit unzähligen Lebewesen.

  • Die Auswirkungen der Metta Bhavana nehmen mit einem besseren Verständnis von anicca, dukkha, anatta allmählich zu. Dann erkennt man die Gefahren und das Leiden, mit dem alle Lebewesen in Zukunft konfrontiert sind.
  • Das Potential der Metta Bhavana ist enorm. Der Buddha sagte, man könnte die Anagami-Stufe erreichen, wenn die Metta Bhavana richtig ausgeführt wird. Aber das setzt das Verstehen von anicca, dukkha, anatta voraus, d.h. die Sotapanna-Stufe oder Sotapanna Magga Anugami.
  • Aber schon vor dem Erreichen der Sotapanna-Stufe, kann man viele Vorteile nutzen, indem man die richtige Ariya Metta Bhavana tut. Siehe Kamma, Schulden und Meditation.
  • Es ist am besten Ariya Metta Bhavana und Vipassana Bhavana (Meditation über anicca, dukkha, anatta und andere Dhamma Konzepte) in einer Sitzmeditation täglich zu praktizieren. Siehe Was bedeuten all diese verschiedenen Meditationstechniken?.
  • Anfänglich wären 10-15 Minuten für formale Meditation ausreichend. Die Zeit kann erhöht werden, wenn Niramisa Sukha einsetzt und man beginnt, die Vorteile zu sehen. Man kann stundenlang in der Mediation bleiben. Natürlich übt man Anapanasati  den ganzen Tag, wobei man sich bewusst ist, was man „reinnimmt“ (ana)  und was „verworfen“ werden muss (pana). Siehe Was ist Anapana?.
  • Hören und Lesen über Buddha Dhamma sind auch Formen der Meditation und sollten während ruhiger Zeiten getan werden, damit die Schlüsselkonzepte absorbiert werden.

7. Die Ariya Metta Bhavana  ist eines der mächtigsten Werkzeuge, das wir haben. Es ist ein einfaches Konzept, aber die größte Schwierigkeit liegt im Ariya-Teil: man muss anicca, dukkha, anatta  verstehen, damit diese Bhavana voll wirksam wird.

  • Während man dem Pfad folgt und die Konzepte besser versteht (nicht das Buchwissen), stärkt das die Javana-Kraft in den Gedanken und die Bhavana wird stärker und effektiver.
  • In der Abhidhamma-Sprache ist das stärkste Kusala Citta das „somanassa sahagata nana sampayutta asankharika citta”, d.h. “der Gedanke, der mit Freude und Weisheit automatisch entsteht”. Dieses Citta wird auch stärker mit zunehmender Weisheit, und wird stärker während man zu Sotapanna Magga, Sotapanna Phala, etc. gelangt. Er ist optimal nur auf der Arahant-Stufe.
  • Doch auch wenn man dem weltlichen Achtfachen Pfad folgt, ist dieses Citta (mit geringerer Kraft) vorhanden.

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