Akusala Citta und Akusala Vipāka Citta

Alle zehn akusala Kamma werden mit diesen 12 akusala Citta getan. Es gibt 8 in Gier wurzelnde, 2 in Hass wurzelnde und 2 in Unwissenheit wurzelnde Citta. Citta sind Gedanken. Jedes Sprechen und jede körperliche Handlung beginnt mit Denken.

Sowohl die in Gier wurzelnden also auch die in Hass wurzelnden Citta haben auch Unwissenheit als Wurzel.

Tabelle

1. Das erste Citta wird beschrieben als „ein Gedanke, der in Gier (und Unwissenheit) wurzelt, verbunden mit falschen Sichtweisen, begleitet von Vergnügen“. Die anderen können in gleicher Weise beschrieben werden.

  • Citta in Verbindung mit falschen Sichtweisen sind die schlimmsten. Siehe Zehn unmoralische Taten (dasa akusala).
  • Citta, die mit Vergnügen erzeugt werden, entstehen aufgrund von Gati. Geht man zum Beispiel gerne Angeln, denkt man auch mit Vergnügen ans kommende Wochenende, wenn es endlich wieder zum See geht. Daher sind diese Citta stärker als die mit Gleichmut erzeugten.
  • Dosa/Patigha Citta werden immer mit Abneigung/Unmut erzeugt, aber diese Abneigung kann durch Unwissenheit entstehen. Zum Beispiel regen sich manche Menschen auf, wenn man darauf hinweist, dass es starke Hinweise auf Wiedergeburt gibt.
  • Sasankhārika bedeutet mit weniger Javana-Kraft.

2. Da Vicikicca auch auf falschen Sichtweisen beruht, sind die fünf rot markierten Cittā die stärksten akusala Citta, die mit Diṭṭhi erzeugt werden. Diese fünf Cittā entstehen nicht mehr im Geist eines Sōtapanna.

Diese starken akusala Citta können den Geist mit Gati konditionieren, das für Geburten in den Apāyā geeignet ist.

  • Vyāpada bzw. starker Hass entsteht eigentlich aus den ersten vier Lōbha Citta. Es wird auch dvesa oder dvesha genannt, was „zweite Manifestation“ (dvi +vesa) von Lobha bedeutet. Wenn man mit extremer Gier belastet ist, kann sich das in die zweite Manifestation verwandeln, d.h. Hass auf Dinge/Personen, die dem Ziel im Weg steht.
  • Mit Erreichen der Sōtapanna-Stufe werden solche Gewohnheiten (gati) beseitigt. Somit kommen im Sterbemoment keine ungünstigen Kamma Vipāka zum Zug. Pati+icca sama+uppāda bzw. was geboren wird, ist ähnlich dem, was man gewohnheitsmäßig ergreift. Dieses Prinzip wirkt auch beim Patisandhi (Verbindung zu einer neuen Existenz).

3. Die anderen 7 akusala Citta werden stufenweise am Entstehen gehindert, wenn ein Sōtapanna den Pfad weiter kultiviert.

  • Die beiden in Abneigung (paṭigha) verwurzelten Cittā und die verbliebenen 4 Gier verwurzelten Citta werden auf der Sakadāgami-Stufe reduziert.
  • Die beiden auf Abneigung beruhenden Citta werden ab der Anāgāmi-Stufe am Entstehen gehindert. Auch die Potenzen der verbliebenen 4 Gier verwurzelten Citta, d.h. kāma rāga (Verlangen nach Sinnesvergnügen), werden reduziert auf die Ebene von kāma (Sinnesvergnügen).
  • Schließlich werden diese 4 Gier verwurzelten Citta und Uddacca Citta auf der Arahant-Stufe entfernt. Somit wird ein Arahant kein akusala Citta erzeugen.

4. Diese 12 Arten von Citta führen zu 7 Arten von Vipāka Citta (resultierende).

  • Vipāka Citta haben keine unheilsamen oder heilsamen Wurzeln. Daher werden sie wurzellose Citta (ahētuka) genannt.

5. Fünf akusala Vipāka Citta bringen unerwünschte Sinnesereignisse durch die fünf physischen Sinne ein (cakkhu viññāna, sota viññāna, ghāna viññāna, jivhā viññāna, kāya viññāna).

6. Das sechste akusala Vipāka Citta wird empfangendes Bewusstsein genannt, begleitet von Gleichmut (upekkha-sahagata sampaṭiccana citta). Dieses Citta nimmt  den Sinneseindruck in den Geist auf.

7. Das siebte akusala Vipāka Citta wird untersuchendes Bewusstsein genannt, begleitet von Gleichmut (upekkha-sahagata santirana citta). Dieses Citta ist für die Geburt in den Apāyā verantwortlich, d.h. es wirkt als patisandhi citta.

8. Man fragt sich, wie ein Sōtapanna die Apāyās vermeidet, denn er/sie ist immer noch in der Lage, die sieben nicht mit Diṭṭhi verbundenen Cittā zu erzeugen. So wäre es möglich, dieses apāyagami-patisandhi Citta zu erzeugen.

  • Nachdem man zum Sōtapanna geworden ist, kommen solche Vipāka Citta bei den letzten Gedankenmomenten beim Patisandhi nicht mehr in den Geist. Nur die guten Kamma Vipaka rücken in den Vordergrund, weil kein apāyagami Gati mehr vorhanden ist.

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Verbinde mit %s