Probleme mit der Mahāyāna Lehre

1. Das Hauptproblem der Mahayana Lehre ist ein Konflikt mit einem Grundsatz von Buddha Dhamma. Ein Buddha erscheint nur sehr selten in dieser Welt und er entdeckt durch seine Bemühungen die Gesetze der Natur. Die Mahayana-Anhänger sind sich einig, dass es Äonen der Zeit bedarf, um die pāramitā zu erfüllen und ein Buddha zu werden.

  • Im gleichen Atemzug meinen sie aber, dass Buddha Dhamma für die sich ändernden Zeiten „verfeinert“ werden müsste. Siehe „Hintergrund der aktuellen Wiederbelebung von Buddha Dhamma. Wie können die ultimativen Naturgesetze, die von einem Buddha entdeckt werden, noch „verfeinert“ oder „überarbeitet“ werden? Niemand hat diese grundlegende Frage beantwortet.

2. Um ein Mahayana-Buddhist zu werden, sollte man das Bodhisattva-Gelübde ablegen: Jedes Lebewesen sollte sich bemühen, ein Buddha zu werden, d.h. jede Person sollte ein Bodhisattva sein.

  • Als diese Idee vor langer Zeit initiiert wurde, hatte man wahrscheinlich keine Ahnung, dass es eine unendliche Anzahl von Lebewesen auf dieser Welt gibt. Jeder Mensch hat eine erstaunlich große Anzahl von mikroskopischen Wesen auf und im Körper.
  • Es gibt 1 Billiarde Ameisen auf dieser Erde. Das ist 1015https://www.ask.com/question/how-many-ants-are-there-in-the-world. Oder zählen nur Menschen?
  • Wir wissen, dass es in den letzten 1800 Jahren keine nennenswerte Anzahl von Arahants gab. Gibt es einen realistischen Weg für Billiarden von Lebewesen, Arahantschaft zu erlangen, geschweige denn Buddhaschaft?
  • In diesem Äon (grob die Zeitdauer eines Universums bzw. etwa 30 Milliarden Jahre) gab es vier Buddhas. Ein weiterer Buddha wird noch erwartet. Das ist wirklich eine Ausnahme. Vor diesem Äon gab es 30 Äonen (viele Billionen Jahre!) ohne einen einzigen Buddha. Wie lange würde man also warten müssen, um selbst ein Buddha zu werden, d.h. ein Bodhisattva zu bleiben? Und werden alle Lebewesen (oder sogar die menschliche Bevölkerung heute) in der Lage sein, im selben Äon die Buddhaschaft zu erlangen, geschweige denn zur gleichen Zeit? Meinen es die Mahayana-Anhänger wirklich ernst?


3. Innerhalb von 500 Jahren nach dem Tod Buddha Gotamas begannen die indischen Mahayana-Anhänger nicht nur Buddha Dhamma zu verfeinern, sondern auch Konzepte zu integrieren, die in Buddhas Lehre fremd waren. Wenn Buddha Dhamma schon nach 500 Jahren verfeinert werden musste, warum hat der Aktualisierungsprozess gestoppt? Denn zur heutigen Zeit mit all den bedeutenden Veränderungen in Wissenschaft und Technologie müsste doch das Buddha Dhamma auch angepasst werden. Passiert ist aber das Gegenteil: Wissenschaft und Technologie stimmen mit dem ursprünglichen Buddha Dhamma überein. Die Menschen werden allmählich erkennen, dass diese fremden Konzepte im Mahayana keinen Sinn ergeben.

4. Diejenigen, welche damals diesen Revisionsprozess in Gang setzten, verstanden nicht die zentrale Idee von Nibbāna. Sie erwähnen nie Konzepte wie anicca, dukkha, anatta. Sie definierten diese in ihrer Terminologie und gerieten dabei auf die schiefe Bahn, als sie versuchten, diese Begriffe zu erklären. Damit erfanden sie noch mehr Begriffe. Das intensivierte sich und in den Worten von Edward Conze, der viele Mahāyāna -Texte ins Englische übersetzte, klingt das so [deutsche Übersetzung]:

  • „… Um 100 v.u.Z. (rund 400 Jahre nach dem Parinibbana des Buddha) hatten eine Reihe von Buddhisten in Indien das Gefühl, dass die bestehenden Aussagen der Lehre abgestanden und unbrauchbar geworden waren. In der Überzeugung, dass Dhamma immer neue Umformungen erfordert, um den Bedürfnissen des neuen Zeitalters, neuen Bevölkerungsgruppen und neuen sozialen Gegebenheiten gerecht zu werden, begannen sie, neue Literatur zu produzieren, die letztlich als Mahayana-Buddhismus bekannt wurde. Die Schaffung dieser Literatur ist eine der bedeutendsten Ausbrüche kreativer Energie in der Geschichte der Menschheit und dauerte etwa vier bis fünf Jahrhunderte an. Wiederholung allein, so glaubten sie, kann keine lebendige Religion aufrechterhalten. Ohne ausgleichende Innovationen würde Religion erstarren und seine lebensspendenden Eigenschaften verlieren.“ (siehe Chronologie von Edward Conze).
  • Für jemanden, der mit den ursprünglichen Lehren des Buddha nicht vertraut ist, könnten diese philosophischen Argumente beeindruckend aussehen. Sie enthalten jedoch den fatalen Fehler.

5. Keiner der Mahayana „Autoren“ wie Nagarjuana, Vasubhandhu, Asanga, ist als Arahant oder Sotapanna dokumentiert. Sie waren wie die Philosophen heutzutage und stellten ihre Theorien vor. Nicht nur das, sie hatten eine Abneigung gegen das Konzept Arahant.

  • Die Mahayana Sutras haben ihren Ursprung bei Nagarjuna (150-250 n. Chr. in Indien). So ging die ursprüngliche Lehre des Buddha irgendwo vor 200 n. Chr. in den Untergrund, innerhalb von etwa 700 Jahren nach dem Parinibbana des Buddha Gotama.
  • So dachten die indischen Intellektuellen wie die Philosophen aus der Zeit Sokrates. Sie machten alle Arten von Spekulationen im Einklang mit dem „Wissen über die Welt“ zu einem bestimmten Zeitpunkt.
  • Buddha warnte vor diesem Ergebnis: Er sagte: „Es wird andere Versionen geben, die wie Dhamma aussehen und sich wie Dhamma anfühlen. So wie Gold-Imitationen auf den Markt kommen, geht das echte Gold unter die Erde.“ (Saddhamma Patirupaka Sutta (SN 16.13)). Das ist seit über 1800 Jahren der Fall.
  • Aber die Wahrheit kommt schließlich ans Tageslicht. Diese Zeit könnte jetzt sein. Die korrekten Interpretationen von anicca, dukkha, anatta waren viele Jahrhunderte verborgen.

6. Was sind also die Revisionen, welche die Vorväter des Mahayana vorgenommen hatten? Edward Conze listet fünf doktrinäre „Innovationen“ des Mahayana:

  • Was das Ziel betrifft, so gibt es einen Wechsel vom Arahant-Ideal zum Bodhisattva-Ideal.
  • Es wurde ein neuer Weg zur Erlösung erarbeitet, in dem Mitgefühl mit Weisheit gleichrangig ist.
  • Dem Glauben wird viel Raum gegeben, indem ein neues Pantheon von Gottheiten erschaffen wird.
  • „Geschicklichkeit in den Mitteln“ (upayakausalya), eine völlig neue Tugend, wird für den Praktizierenden wesentlich. Das wird sogar über Weisheit gestellt, die höchste Tugend im Buddha Dhamma.
  • Es wurde eine kohärente Ontologie erarbeitet, die sich mit Themen wie Leere, Solchheit“ usw. befasst.

Wir gehen hier auf die kritischen Widersprüche dieser Revisionen mit den ursprünglichen Lehren Buddhas ein:

  1. Die Grundidee vom Buddha Dhamma ist, dass jedes Lebewesen einen einzigartigen Geist hat. Gier, Hass und Unwissenheit verunreinigen den Geist. Aus diesem Grund handeln Personen unmoralisch und in der Folge „bezahlen sie für diese Handlungen“. Leiden ist das Nettoergebnis im Kreislauf der Wiedergeburten. Man kommt aus diesem Kreislauf der Wiedergeburten heraus, indem man den Geist reinigt. Hat man diese Aufgabe erfüllt, wird man Arahant. Niemand kann den Geist einer anderen Person reinigen. Nibbana ist kein abstraktes Konzept. Siehe Unterabschnitt Nibbana.
  2. Man erreicht Nibbana, wenn man seinen Geist von allen Verunreinigungen befreit. Dann erlangt man ultimative Weisheit bzw. paññā. Es gibt keine Möglichkeit, Mitgefühl mit paññā gleichzusetzen. Man kann mitfühlend handeln, aber das bedeutet nicht, dass man Unwissenheit los wird. Wesen in den Brahma-Welten erzeugen keine hasserfüllten Gedanken. Sie haben die vier Brahmavihara perfektioniert: metta, karuna, mudita, upekkha. Doch sie haben Unwissenheit (über die vier edlen Wahrheiten) und sie werden daher eines Tages in den vier unteren Reichen wiedergeboren.
  3. Buddha sagte, das Leben im Menschenreich sei besser als jedes andere (mit Ausnahme der Reiche für die Anagami ). Das liegt daran, dass man von hier aus am einfachsten Nibbana erreichen kann. Einige Wesen in höheren Reichen können uns helfen, und wir sollten unsere Verdienste mit ihnen teilen. Ein Mensch sollte jedoch kein anderes Wesen anbeten. Man muss nur dem Buddha, Dhamma und Sangha vertrauen. Kein anderes Lebewesen kann uns bei der Zielfindung Nibbana helfen.
  4. „Geschicklichkeit in den Mitteln“ stößt auf das gleiche Problem wie „Mitgefühl“ oben in (2). Solche Ideen widersprechen der Kernlehre des Buddha. Selbst wenn man Gier und Hass eine Zeit lang unterdrücken kann, aber immer noch Unwissenheit hat, dann wird man am Ende wieder bei Gier und Hass wegen dieser Unwissenheit ankommen. Nibbana erreicht man durch Weisheit.
  5. Mahayana-Beschreibungen all dieser philosophischen Begriffe sind nur leere Worte. Es gibt viel einfachere Erklärungen, die mit den ursprünglichen Lehren übereinstimmen.

7. Diejenigen, welche dem Mahayana folgen, tun dies aus mehreren Gründen. (1) Sie sind in der Tradition des Mahayana geboren (wie andere in der Theravada Tradition geboren werden), (2) Sie kannten keine andere Version des Buddhismus.

Es ist an der Zeit, zumindest jene Merkmale zu ändern, die nicht nur im krassen Widerspruch zu den ursprünglichen Lehren des Buddhas stehen, sondern auch im Widerspruch zur Wissenschaft.

  • Das Gelübde in den meisten Traditionen des Mahayana, „die Erleuchtung nicht zu suchen, bis ALLE Wesen bereit für die Erleuchtung sind“, ist der sichtbarste Widerspruch. Wie weiter oben dargestellt, wissen wir, dass dies eine regelrechte Lüge ist. Und Lügen ist Teil der Dasa Akusala.
  • Es muss eine offene Diskussion darüber geben, wie man das inkonsistente Material aller Versionen aussondern kann und das reine Buddha Dhamma zum Wohle aller zurückgewinnt.

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