Dasa Akusala und Anatta – Der kritische Link

1. Dieser Text verbindet die tiefere des Buddha-Dhamma (anicca, dukkha, anatta) und die Praxis, d.h. wie man seinen Geist reinigt, indem man sich von Dasa Akusala fernhält und Dasa Kusala kultiviert.

  • Die Tilakkhana repräsentieren die „Theorie“ oder die „Natur dieser Welt“ und dasa akusala/kusala sind mehr die Praxis. Somit ist die Verbindung zwischen beiden wichtig. Ich habe das außerhalb des Tipitaka nirgends gesehen.

2. Wir haben im Tetxt zuvor besprochen, warum die Pali-Wörter atta/anatta nicht die Bedeutung von „Selbst/Nicht-Selbst“ wiedergeben, sondern „mit Essenz/ohne Essenz“ oder „Wahrheit/Unwahrheit“ oder „nützlich/nicht nützlich“ oder „geschützt/hilflos“ meinen.

  • Wir haben auch besprochen, wie atta/anatta mit den singhalesischen/sanskritischen Wörtern artha/anartha eng verwandt sind und auch die Bedeutung „Wahrheit/Unwahrheit“ oder „nützlich/nicht nützlich“ haben.

3. Kürzlich wurde mir klar, dass viele Sutta im Anguttara Nikaya (AN) verschiedene Konzepte kurz beschreiben. Viele Sutta sind nur ein Absatz und liefern die Schlüsselidee.

  • Hier werden wir drei kurze Sutta vom Anguttara Nikaya besprechen, um die Verbindung zwischen Dasa Akusala und Tilakkhana zu klären.

4. Die Kusala Sutta (AN 180, in der Sadhuvagga) ist nur ein Absatz, der die Definition von Dasa Akusala enthält:

  • ..katamanca bhikkhave, akusalam? panatipatö, adinnädänaṃ, kämesumicchacärö, musävädö, pisuṇä väcä, parusä vacä, samphappaläpö, abhijjhä, vyäpädö, micchädiṭṭhi akusalaṃ ..
  • Konventionell übersetzt: „Töten, Stehlen, sexuelles Fehlverhalten, Lügen, Verleumden, harte Rede, leere Reden, Gier, Hass und falsche Ansichten“. Diese werden in Zehn unmoralische Taten (Dasa Akusala) näher betrachtet.
  • Im nächsten und letzten Absatz der Sutta sind Dasa Kusala als die Gegensätze von Dasa Akusala definiert (veramani bedeutet „sich enthalten“): „..katamanca bhikkhave, kusalam? panatipatä veramani, adinnädänä veramani, kämesumicchacärä veramani, musävädä veramani, pisuṇä väcä veramani, parusä vacä veramani, samphappaläpä veramani, abhijjhä veramani, vyäpäda veramani, sammaädiṭṭhi kusalaṃ ‚ti.“
  • In dieser Sutta werden kusala und akusala klar und prägnant angegeben.

5. Dann wird in der Attha Sutta (AN 181, in der Sadhuvagga) anatta in Bezug zu dasa akusala definiert:

  • ..katamo ca bhikkhave, anattö? panatipatö, adinnädänaṃ, kämesumicchacärö, musävädö, pisuṇä väcä, parusä vacä, samphappaläpö, abhijjhä, vyäpädö, micchädiṭṭhi – ayam vuccati, bhikkhave, anattö ..
  • So wird man anatta (hilflos), indem man sich in dasa akusala betätigt.
  • Im folgenden und letzten Absatz der Sutta wird atta als das Gegenteil davon definiert: panatipatä veramani, adinnädänä veramani, kämesumicchacärä veramani, musävädä veramani, pisuṇä väcä veramani, parusä vacä veramani, samphappaläpä veramani, abhijjhä veramani, vyäpäda veramani, sammaädiṭṭhi – ayam vuccati, bhikkhave, attö‚ti.
  • So wird man atta (Zuflucht in Nibbana), indem man sich in dasa kusala betätigt.

6. Diese beiden kurzen Sutta machen die folgenden Fakten kristallklar:

  • Anatta hat nichts mit einem „Selbst“ zu tun.
  • Anatta dreht sich um die Hilflosigkeit im Wiedergeburtsprozess, weil man sich mit den Dasa Akusala beschäftigt.
  • Um Nibbana zu verwirklichen, muss man dasa akusala vermeiden, d.h. den Geist reinigen.

7. Nun gibt es im Anguttara Nikaya mehrere Sutta, welche alles zusammenfügen. Der erste Vers in der Patama Adhamma Sutta sagt es sehr schön (AN 10.113 in der Paccorohanivagga):

  • Adhammo ca, bhikkhave, veditabbo anattho ca; dhammo ca veditabbo attho ca“.
  • Übersetzt: „Bhikkhu, man muss verstehen, dass adhamma zu anatta führt und Dhamma zu atta (Zuflucht in Nibbana)“.
  • Diejenigen, die noch an der falschen Interpretation von anatta als „kein Selbst“ festhalten, sollten klar erkennen, dass dies zu der unsinnigen Aussage führt: „Bhikkhu, man muss verstehen, dass adhamma zu kein-Selbst führt, und Dhamma zum Selbst„.

8. Dhamma ist das, „was man trägt“, d.h. welche Prinzipien man lebt. Aber es wird normalerweise im Sinne von „gutem Dhamma“ verwendet.

  • Adhamma ist das Gegenteil: unmoralisches Leben. Wenn man sich in dasa akusala engagiert, ist man in adhamma involviert, d.h. man lebt adhamma.
  • Dies kann mit Folgendem verglichen werden: Wir verwenden das Wort „Geruch“ normalerweise für „schlechten Geruch“. Wir sagen ausdrücklich „guter Geruch“, um einen tatsächlichen guten Geruch zu bezeichnen.
  • Auf die gleiche Weise kann dhamma gut oder schlecht sein („was man lebt“). Wir verwenden jedoch normalerweise das Wort dhamma, um gutes Dhamma anzuzeigen. Schlechtes Dhamma ist Adhamma.

9. Wenn man JEDE Sutta im Tipitaka sorgfältig untersucht, wird sie mit der obigen Erklärung übereinstimmen.

  • Es ist klar, dass diese drei Sutta die Verbindung zwischen Tilakkhana („Theorie“) und Praxis (Reinigen des Geistes über Sila, d.h. sich von dasa akusala fernhalten) bilden. Wir müssen nicht Hunderte von Sutta analysieren, um die Verbindung zu sehen.
  • Online-Diskussionsforen sind oft verwirrend. Die Leute zitieren Sätze von verschiedenen Webseiten und oft nutzen sie falsche Deutungen von Schlüsselwörtern. Es ist Zeitverschwendung all die langen Texte zu lesen, die von verschiedenen Orten als „Beweise“ geliefert werden, und natürlich gibt es in der Regel Inkonsistenzen unter ihnen.
  • Dies war ein wichtiger Grund für den Start dieser Webseite, weil man zeigen kann, dass alles konsistent ist, wenn man die wahren Bedeutungen von Pali-Wörtern verwendet.

10. Ein Hauptproblem bei vielen Texten besteht darin, dass sie herkömmliche Bedeutungen von Schlüsselwörtern annehmen und sie an den falschen Stellen anwenden.

  • Wenn man sich nicht klar über die wahren Bedeutungen solcher Schlüsselworte ist und nicht weiß, wo eine bestimmte Bedeutung zu verwenden ist, kann man leicht in eine völlig falsche Richtung gehen.

11. Es wird damit hoffentlich klar, dass anatta eng mit den Dasa Akusala verwandt ist.

  • In Dasa Akusala engagiert zu sein, kann auf Dauer nur zu Leid und damit zu Hilflosigkeit führen. Aus diesem Grund ist es nicht nur sinnlos, sondern auch gefährlich, sich mit Taten, Reden und Denken zu beschäftigen, die Teil von Dasa Akusala sind.
  • Diese Idee ist im singhalesischen Wort für anatta klar: „anartha„. Es bedeutet wörtlich „Dinge tun, die völlig nutzlos sind und nur Schaden bringen“.

12. Dasa Akusala bringt nicht nur in zukünftigen Leben „schlechtes Vipaka„. Viele Menschen erkennen nicht, dass schon unmoralische Gedanken Stress in diesem Leben erzeugen.

  • Wenn man beginnt, sich von Dasa Akusala fernzuhalten, kann man ein gewisses Gefühl der Erleichterung erfahren – auch Niramisa Sukha genannt – und das sollte der anfängliche Fokus sein.
  • Wenn man anfängt, dieses Niramisa Sukha zu spüren, beginnt man auch tiefere Aspekte von Buddha Dhamma zu verstehen, wie die anicca und anatta Natur. Nur mit diesen Einsichten kann man das langfristige Vipaka durch Dasa Akusala „sehen“, u.a. warum Geburten in den Apaya geradezu zwingend sind.

13. Atta kann profane oder tiefe Bedeutung implizieren. Zum Beispiel werden die alten singhalesischen Kommentare atthakathä genannt. Es bedeutet „Berichte über die Wahrheit“ (kathä bedeutet „Geschichte“).

  • Das sind die zuverlässigen Kommentare im Tipitaka: Patisambhidamagga, Petakopadesa, Nettippakarana. Von vielen Sinhala atthakathä sind diese drei die einzigen, die überlebt haben.
  • Auf der anderen Seite gehören Kommentare von Buddhaghosa und anderen nicht zu atthakathä. Sein Visuddhimagga ist ein bekannter, aber fehlerhafter Kommentar.

14. Schließlich können wir jetzt die Wahrheit im Vers „Dhammö ca yathä Dhammö, yathä attö“ sehen, der auch in der Patama Adhamma Sutta von Nr. 7 oben enthalten ist.

  • Übersetzt: „Wenn man wahres (yathä) Dhamma lebt, versteht man die Wahrheit (und vermeidet, in Zukunft hilflos zu sein)“.
  • Wenn jemand Dhamma lebt und von Adhamma fernbleibt, wird das helfen, die Tilakkhana zu verstehen. Dann wird man in diesem Wiedergeburtsprozess nicht anattä oder hilflos sein. Man wird attä bzw. Zuflucht haben.

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