Erste edle Wahrheit – ein Aspekt

1. Man muss kein Buddhist sein oder sogar vom Buddha gehört haben, um zu wissen, was konventionelles “Leiden” ist. Jeder weiß, dass Krankheit, Alter und Tod Ursachen für Leiden sind.

  • Aber der Buddha sagte: “Diese vier edlen Wahrheiten sind der Welt nicht bekannt, bis ein Buddha sie beschreibt.”
  • Er meinte eine Art von Leiden, das jeden in dieser Welt ereilt, jetzt oder in der Zukunft. Jedoch wiegt das langfristige Leiden im Kreislauf der endlosen Wiedergeburten schwer. Das sollte man daher stoppen.

 2. In diesem Leben gibt es auch Leiden, was aufgrund unserer Lebens- und Denkweise entsteht. In diesem Text betrachten wir das KURZFRISTIGE Leiden, was auch reduziert werden kann.

  • Ein wesentlicher Teil des Leidens wird vom Geist gemacht. Ob man in einem großen Herrenhaus oder in einer Hütte lebt, dieser Teil des Leidens betrifft uns alle.
  • Und selbst einige berühmte und reiche Leute konnten das geistgemachte Leiden nicht weiter ertragen und begingen Selbstmord. Siehe Liste Selbstmord (engl.)

3. Offensichtlich kann man fast alles haben und trotzdem leiden. Man kann einen Blick darauf werfen, was der Buddha mit Leiden meinte, wenn man über diese Frage kontempliert. Die sich ergebende Einsicht kann sogar diese Art von Leiden stoppen.

  • Wir können einen großen Teil des Leidens in naher Zukunft loswerden, indem wir Hass oder Abneigung gegenüber anderen Menschen kontrollieren und reduzieren. Auch wenn die andere Seite etwas Unrechtes tut, verursachen wir selbst doch den größten Teil des Leidens. Diese Tatsache erfordert etwas Nachdenken.

 4. Angenommen, ich erfahre, dass jemand schlecht über mich spricht. Im selben Moment wird mein Geist aufgeregt. Ich kann die nächsten Stunden damit verbringen, mir zu sagen, “Ich kann nicht glauben, dass X das über mich gesagt hat. Warum tut er/sie das?” Vielleicht ersinne ich auch Möglichkeiten der Rache. Die ganze Zeit des Grübelns belastet den Geist. Ich füge mir mehr Leid zu, indem ich mich mit dem Thema beschäftige und hasserfüllte Gedanken erzeuge.

  • Darum sollte man die Situation besser handhaben: Wenn ich aus Erfahrung weiß, dass X soetwas nicht ohne Grund sagt, muss ich mit X reden und die Situation klären. Wenn ich weiß, dass X “genau diese Art von Person” ist, muss ich mich einfach von X fernhalten. Wir können das Verhalten anderer Menschen nicht kontrollieren. Das beste ist, sich von solchen Leuten fernzuhalten.
  • Von “schlechter Gesellschaft” fernzubleiben ist besonders für Kinder von entscheidender Bedeutung. Es ist unerlässlich, dass die Eltern dafür sorgen, dass sich ihre Kinder von schlechten Freunden fernhalten.

5. Man sollte auch nicht versuchen, andere Leute zu überzeugen, die Dinge so zu sehen, wie man es selbst tut. Aus gültigen oder ungültigen Gründen hat jede Person eine Menge Überzeugungen und Glaubenssätze. Es verursacht für mich und andere unnötig geistiges Leiden, wenn ich andere Personen von meinen Ansichten überzeugen will. Ich erkläre nur die Dinge so, wie ich sie sehe.

  • Sogar der Buddha versuchte nicht, bestimmte Menschen zu überzeugen, weil das langfristigen Schaden für diese Personen verursacht, wenn sie hasserfüllte Gedanken gegen den Buddha erzeugen würden.
  • Man muss sich bewusst sein, dass das Entfernen von Ditthi bzw. falschen Sichtweisen der erste Schritt hin zur “Abkühlung” ist. Siehe Falsche Ansichten (Micca Ditthi) – Eine einfachere Analyse.

 6. Dann gibt es extreme Gier, was auch unnötiges Leid generiert. Hier muss man zwischen zwei Extremen unterscheiden: Starke physische Unannehmlichkeiten sollte man vermeiden oder lindern. Aber der Versuch aus Stolz irgendwelche fantastischen Dinge zu erwerben, ist das andere Extrem.

  • Wir brauchen Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Medizin, um ein elendes Leben zu vermeiden. Deshalb müssen wir einen angemessenen Lebensunterhalt verdienen, um solche Bedürfnisse für uns und die Familie zu erfüllen.
  • Wenn wir jedoch versuchen, beispielsweise ein “großes, extravagantes Haus” zu erwerben, kann das Angst und sogar Leiden verursachen. Vielleicht geht man dabei über das finanzielle Limit hinaus, um dieses “zusätzliche Glück” zu erwerben. Dieses “Extra-Glück” kann zum Albtraum werden, wenn man seinen Job verliert oder unerwartete Ausgaben anstehen.

 7. Man muss sich nicht schlecht fühlen wegen des Reichtums, den man legitim erworben hat. Man kann ihn zum eigenen Nutzen gebrauchen, denn man hat den Reichtum schon in der Vergangenheit bezahlt (durch gutes Kamma). Wenn man arm ist, muss man zwei Dinge verstehen: Erstens ist man in dieser Situation wegen einer vergangenen Ursache (schlechtes Kamma). Zweitens kann man sich aus dieser Situation befreien, weil Kamma nicht deterministisch ist.

 8. Man muss innerhalb seiner Möglichkeiten leben und nach besseren Lebensbedingungen streben, wenn man nicht genug für ein bequemes Leben hat. Es gibt so viel “Ruhe” in einem einfachen Leben, auch wenn man viel Reichtum hat. Die meisten Menschen ruinieren ihr Leben, indem sie versuchen, Sinnesvergnügungen mit unmoralischen Taten zu finden. Dann braucht man mehr und mehr solcher Freuden bis letztendlich die Optionen ausgehen.

  •  Das Traurige ist, dass die Menschen nicht wissen, dass es so viel “Frieden im Geist” gibt, wenn man ein einfaches Leben mit wenigen Wünschen und wenig Abneigung hat.

 9. Das Verlangen nach augenscheinlich wertvollen materiellen Dingen macht vielleicht zeitweise glücklich, aber der Geist ist ständig belastet.

  • Das wahrgenommene Glück kommt vom wahrgenommenen “Wert” des Gegenstands durch den Geist. Wenn dieser Gegenstand verloren geht oder beschädigt wird, kann das viel Leiden einbringen. Hier eine hypothetische Situation: Eine Mutter stirbt und ihre beiden Töchter erben eine angeblich hochwertige Halskette. Jede Tochter will das Erbstück und sie geraten in Streit darüber. Beide leiden im Geist. Schließlich schlägt ein Bekannter vor, den Gegenstand zu verkaufen und das Geld zu teilen. Als sie versuchen, die Halskette zu verkaufen, finden sie heraus, dass sie von geringer Qualität ist und eigentlich wertlos. Die Schwestern litten so sehr durch den “wahrgenommenen Wert” dieser Halskette.

10. Das wahre Glück hat nichts zu befürchten. Das bedeutet nicht, dass man alles weggeben muss, was man hat.

  • Man kann in einer Villa leben, mit der Gewissheit, dass der ganze Reichtum nicht für immer ist, und ein anderer könnte mit einem belasteten Geist in einer Hütte leben, mit sehr viel Anhaftung an materielle Dinge oder mit Eifersucht auf das, was andere haben.
  • Auf der anderen Seite kann man mit einem belasteten Geist in einer Villa leben und sogar Selbstmord begehen, während ein armer Mensch, der Buddha Dhamma kennt, in einer Hütte lebt und zufrieden ist. Er weiß dass die Not nur für kurze Zeit andauert (dieses Leben).
  • Die Quintessenz ist, dass Dinge aufgrund von Ursachen geschehen. Indem wir den Geist kontrollieren und reinigen, wächst die Fähigkeit, gute Ursachen (moralische Taten) zu initiieren und schlechte Ursachen (unmoralische Taten) zu unterbinden. Einige Taten werden kurzfristig wirksam und alle werden langfristig wirksam sein, wenn sich passende Bedingungen ergeben.

 

 

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