Erste Edle Wahrheit – Eine einfache Erklärung eines Aspekts

1. Man muss kein Buddhist sein oder sogar vom Buddha gehört haben, um zu wissen, was konventionelles „Leiden“ ist. Jeder weiß, dass Krankheit, Alter und Tod Ursachen für Leiden sind.

  •  Aber der Buddha sagte: „Diese vier Edlen Wahrheiten sind der Welt nicht bekannt, bis ein Buddha sie beschreibt.“
  • So sprach der Buddha über eine Art von Leiden, das jeder in dieser Welt haben wird, jetzt oder in Zukunft. Er befasste sich hauptsächlich mit dem langfristigen Leiden durch endlose Wiedergeburt und wie man das stoppt.

 2. In diesem Leben gibt es jedoch Leiden, das aufgrund unserer Lebensweise oder Denkweise entsteht. In diesem Beitrag möchte ich solche KURZFRISTIGEN Leiden ansprechen, die auch vermieden werden können.

  •  Ein wesentlicher Teil unseres Leidens kommt aus dem Geist. Ob man in einem großen Herrenhaus oder in einer Hütte lebt, dieser Teil des Leidens ist uns allen gemeinsam.
  • Und selbst einige berühmte und reiche Leute konnten diesen mentalen Schmerz nicht so weit ertragen und begingen Selbstmord. Von Elvis Presley und Marilyn Monroe bis Whitney Houston und Robin Williams gibt es viele bekannte Fälle. Siehe Liste Selbstmord (engl.)

3. Offensichtlich kann man fast alles haben, was man sich nur wünschen kann (Gesundheit, Reichtum, Schönheit, Ruhm usw.), und trotzdem leiden. Man könnte einen Blick darauf werfen, was der Buddha mit Leiden meinte, wenn man über diese Frage kontempliert. Diese Offenbarung selbst kann zur Vermeidung dieser Art von Leiden führen.

  •  Wir können einen großen Teil des Leidens in naher Zukunft loswerden, indem wir Hass oder Unmut gegenüber anderen Menschen kontrollieren. Auch wenn die andere Partei etwas Unrechtes getan hat, wird der größte Teil des Leidens von uns selbst verursacht. Dies erfordert einige Überlegungen zur Klärung.

 4. Angenommen, ich erfahre, dass jemand schlecht über mich gesprochen hat. In dem Moment, in dem ich das höre, wird mein Geist erregt. Und ich könnte die nächsten Stunden oder zwei oder sogar den nächsten Tag oder zwei verbringen und mir und meinen Freunden sagen: „Ich kann nicht glauben, dass X das über mich gesagt hat. Warum tut er das nur?“ Und vielleicht denke ich darüber nach, wie ich mich räche. Die ganze Zeit des Grübelns war eine Belastung für meinen Geist. Ich habe mir mehr Leid zugefügt, indem ich mich damit beschäftigt habe und mehr hasserfüllte Gedanken erzeugte.

  • Ich hätte die Situation besser handhaben sollen: Wenn ich aus vergangenen Erfahrungen weiß, dass die andere Partei es nicht ohne Grund sagt, muss ich mit X reden und die Situation klären. Wenn das fehlschlägt oder ich weiß, dass X „genau diese Art von Person“ ist, muss ich mich einfach von X fernhalten. Wir können das Verhalten anderer Menschen nicht kontrollieren. Das beste ist, sich von solchen Leuten fernzuhalten.
  • Von „schlechter Gesellschaft“ fernzubleiben ist besonders für Kinder von entscheidender Bedeutung. Es ist unerlässlich, dass die Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder von schlechten Freunden ferngehalten werden.

5. Eine andere verwandte Sache ist es, nicht zu versuchen, andere Leute zu überzeugen, Dinge auf „Ihre Art“ zu sehen oder zu tun. Aus gültigen oder ungültigen Gründen hat jede Person eine Reihe von Überzeugungen und Glaubenssätzen. Ich habe erkannt, dass es für mich und andere unnötige geistige Leiden verursacht, wenn ich mich bemühe, die andere Partei von meinen eigenen Ansichten zu überzeugen. Ich habe kein Recht zu sagen, dass meine Ansichten besser sind als die Ansichten Anderer. Ich erkläre die Dinge so, wie ich sie sehe.

  • Sogar der Buddha versuchte nicht, bestimmte Menschen zu beraten, weil sie langfristigen Schaden für sich selbst verursachen konnten, indem sie hasserfüllte Gedanken gegen den Buddha erzeugten.
  • Man muss sich bewusst sein, dass das Entfernen von Ditthi oder falschen Ansichten der erste Schritt ist, um ein „Abkühlen“ zu erreichen. Es ist wahr, dass ein spürbares „Abkühlen“ erreicht werden kann, indem man die schlimmsten falschen Ansichten loswird; siehe Falsche Ansichten (Micca Ditthi) – Eine einfachere Analyse.

 6. Dann gibt es extreme Gier, die auch zu unnötigem Leid führen kann. Hier muss man zwischen zwei Extremen unterscheiden: Es ist wirklich notwendig, starke körperliche Beschwerden zu vermeiden. Aber der Versuch aus Stolz irgendwelche fantastischen Sachen zu erwerben, ist das andere Extrem.

  •  Wir brauchen Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Medizin, um ein elendes Leben zu vermeiden. Deshalb müssen wir einen angemessenen Lebensunterhalt verdienen, um solche Bedürfnisse für uns und unsere Familie zu erfüllen.
  • Wenn wir jedoch versuchen, beispielsweise ein „größeres und ausgefallenes Haus“ zu erwerben, kann das Angst und sogar Leiden verursachen. Vielleicht geht man auch dabei über das finzielle Limit hinaus, um dieses „zusätzliche bisschen Glück“ zu haben. Dieses „Extra Glück“ könnte zum Albtraum werden, zum Beispiel, wenn jemand seine Arbeit verliert oder unerwartete Ausgaben anstehen.

 7. Man muss sich nicht schlecht fühlen wegen des Reichtums, den man legitim erworben hat. Man kann ihn  auch  zu seinem Nutzen gebrauchen. Das hat man schon in der Vergangenheit bezahlt (ein gutes Kamma Vipaka). Wenn man arm ist, muss man zwei Dinge nach Buddha Dhamma verstehen: Erstens ist man in dieser Situation wegen einer vergangenen Ursache (schlechtes Kamma Vipaka). Zweitens kann man sich aus dieser Situation herausarbeiten, weil Kamma nicht deterministisch ist.

 8. Der Schlüssel ist, innerhalb seiner Möglichkeiten zu leben und nach besseren Lebensbedingungen zu streben, wenn man eigentlich nicht genug für ein bequemes Leben hat. Es gibt so viel „Ruhe“ in einem einfachen Leben, auch wenn man viel Reichtum hat. Die meisten Menschen ruinieren ihr Leben, indem sie versuchen, sinnliche Vergnügungen mit Geld zu suchen. Das bringt einen nur auf den Weg mehr und mehr solcher Freuden zu suchen bis letztendlich die Optionen ausgehen.

  •  Das Traurige ist, dass die Menschen nicht wissen, dass es so viel „Frieden im Geist“ gibt, wenn man ein einfaches Leben mit weniger Gier und weniger Hass hat.

 9. Es ist schwer zu ergründen, aber es ist wahr, dass das Verlangen nach wertvollen materiellen Dingen manchmal vorübergehend glücklich macht, aber den Geist ständig belastet. Diese Aussage braucht Zeit zum Bedenken.

  • Das wahrgenommene Glück kommt von dem wahrgenommenen „Wert“ des Gegenstands durch den Geist, und wenn dieser Gegenstand verloren geht oder beschädigt wird, kann das zu viel mehr Leiden führen. Hier ist eine hypothetische Situation: Eine Mutter stirbt und ihre beiden Töchter erben eine angeblich hochwertige Halskette. Jede Tochter will das Erbstück und sie geraten in Streit und beide kommen zu viel seelischem Leid. Schließlich schlägt ein weiser Alter vor, den Gegenstand zu verkaufen und das Geld zu teilen. Als sie versuchen, es zu verkaufen, finden sie heruas, dass es von geringer Qualität ist und eigentlich wertlos. Sie hatten beide so viel Leid ertragen, weil sie einen „wahrgenommenen Wert“ für diese Kette sahen.

10. Das wahre Glück hat nichts zu befürchten. Das bedeutet nicht, dass man alles weggeben muss, was man hat.

  • Dinge zu benutzen, die für einen selbst verfügbar sind und eine gierige Denkweise, sind zwei verschiedene Dinge.
  • Man könnte in einer Villa leben, mit der Gewissheit, dass der ganze Reichtum nicht für immer ist, und ein anderer könnte mit einem belasteten Geist in einer Hütte leben, mit sehr viel Anhaftung an das, was er/sie hat, oder mit Eifersucht/Hass gegen das, was andere haben.
  • Auf der anderen Seite könnte man in einer Villa mit einem belasteten Geist leben und sogar Selbstmord begehen, während ein armer Mensch, der Dhamma gelernt hat, in einer Hütte leben kann, in der er zufrieden ist mit dem, was er hat. Er weiß dass seine Not nur für eine kurze Zeit (dieses Leben) andauert.
  • Die Quintessenz ist, dass Dinge aufgrund von Ursachen geschehen, und indem wir unseren Geist kontrollieren, haben wir die Kraft, gute Ursachen (moralische Taten) zu initiieren und schlechte Ursachen (unmoralische Taten) zu unterdrücken. Einige werden kurzfristig wirksam und alle werden langfristig wirksam sein.

 

 

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