Anusaya, Gati, Bhava – Verbindung zum Manomaya Kāya (Gandhabba)

Kammische Energie erzeugt Hadaya Vatthu (Sitz des Geistes)

1. Unsere Sichtweisen und Wahrnehmungen über diese Welt sind stark von der modernen Wissenschaft beeinflusst, die in den letzten hundert Jahren bedeutende Fortschritte machte. Dieser Fortschritt beschränkt sich jedoch weitgehend auf das Studium der leblosen Materie.

  • Die materialistische Weltanschauung der Wissenschaft kann den Ursprung des Bewusstseins bzw. den Geist nicht erklären. Einige Wissenschaftler meinen, dass Bewusstsein im Gehirn entsteht, aber es gibt keinen Beweis für diese Behauptung. Und einen solchen Beweis wird es auch NIE geben.
  • Das Bewusstsein entsteht in der Hadaya Vatthu (Sitz des Geistes), was durch kammische Energie geschaffen wird.
  • Der Buddha erklärte, dass der „Geist allem in dieser Welt voraus geht“ (manōpubbangamā dhammā).

Was erzeugt die kammische Energie?

2. Umgekehrt erschafft Hadaya Vatthu die kammische Energie! Eine bestimmte Art von Cittā, nämlich Javana Cittā, erzeugen kammische Energie.

  • Es ist ein zyklischer Prozess: Kammische Energie erzeugt Hadaya Vatthu, und Hadaya Vatthu erzeugt wiederum kammische Energie! Dieser Kreislauf wird erst mit Nibbana durchbrochen.
  • Deshalb gibt es wie der Buddha sagte auch keinen erkennbaren Anfang des Lebens. Cittā erschaffen kammische Energie, die wiederum zukünftige Hadaya Vatthu erschaffen, wo wieder Cittā entstehen.

Der zyklische Prozess der Wiedergeburt – Saṁsāra

3. Hadaya Vatthu, durch kammische Energie erzeugt, hat eine endliche Lebensdauer, nämlich die einer bestimmten Existenz (uppatti bhava). Während des Bhava erzeugt Hadaya Vatthu kammische Energie (kamma bhava), die wiederum weitere Hadaya Vatthu hervorbringen kann, was verschiedenen Arten von Bhava in der Zukunft entspricht.

  • Ein Mensch hat zum Beispiel eine Hadaya Vatthu (Teil des Manomaya Kāya), die erst nach vielen tausend Jahren stirbt. Aber innerhalb dieser Zeit wird dieser Mensch genug kammische Energie erzeugen, um viele weitere Hadaya Vatthu zu „aktivieren“, die verschiedenen Reichen der Existenz entsprechen. Leider entsprechen die Meisten von ihnen den vier unteren Reichen. Deshalb werden nur wenige Menschen ein weiteres Menschen-Bhava oder höhere Bhava erreichen, wenn das Menschen-Bhava endet.
  • Akusala-mula Paṭicca Samuppāda beschreibt den Prozess zur Erschaffung neuer Bhava. Siehe auch Bhava und Jāti – Existenz und Geburt.

Konzept zum Lebensstrom

4. Das Konzept zum „Lebensstrom“ erklärt den Unterschied zwischen Seele bzw. Ātman und der buddhistischen Erklärung zum Lebensstrom, der sich aufgrund von Ursachen durch Paṭicca Samuppāda entwickelt. Zukünftiges Leben ist also keine „Reinkarnation“ einer „unveränderlichen Essenz“ (Seele/Ātman).

  • Jedes Leben innerhalb der 31 Reiche hat diese wesentlichen Elemente: Hadaya Vatthu (vatthu dasaka), Bhava Dasaka und Pasāda Rupa.
  • Gedanken (citta) entstehen nicht im Gehirn, sondern in der Hadaya Vatthu im Manomaya Kāya (gandhabba).
  • Ohne Hadaya Vatthu gibt es keinen „Lebensstrom“ im Wiedergeburtsprozess. Hadaya Vatthu (und alle Pasāda Rupa) werden NUR durch kammische Energie geschaffen. Es ist ein natürlicher Prozess.
  • Wenn der Manomaya Kāya am Ende des Bhava stirbt, wechselt der Lebensstrom zu einem neuen Geistkörper im Cuti-Paṭisandhi-Moment durch den PS-Schritt „upādāna paccayā bhavō„.

Manomaya Kāya ist primär, nicht der physische Körper

5. Die Dhammapada Verse 33-43 im Citta Vagga liefern entscheidende Hinweise.

  • Vers 37 sagt: „Der Geist reist weit und wandert allein; unkörperlich (nicht aus Materie gemacht) versteckt er sich in einer Höhle.“ Dieser Vers bezieht sich auf den Manomaya Kāya, der mit hoher Geschwindigkeit weit reisen kann, wie viele Berichte von  Nahtoderfahrung bestätigen. Die „Höhle“ (in der er vorübergehend Schutz sucht) ist der physische Körper.
  • Vers 41 sagt: „Allzu bald wird dieser Körper sterben; seines Bewusstseins beraubt, wie ein nutzloser Klotz zur Seite geworfen.“ Hier heißt es, dass der physische Körper nach dem Tod ein nutzloser Klotz ist.
  • Aber der Tod des physischen Körpers beendet nicht das Menschen-Bhava. Der Manomaya Kāya/Gandhabba wird aus dem toten Körper herauskommen und auf neue physische Geburt warten, was eine neue Gebärmutter erfordert.
  • Ein Menschen- oder Tier-Bhava ist lang, wenn auch weniger lang als Deva oder Brahma Bhava. Ein Mensch mit einem physischen Körper lebt nur etwa 100 Jahre, aber das Menschen-Bhava kann viele tausend Jahre andauern. Der Manomaya Kāya kann in dieser Zeit viele physische Körper „bewohnen“. Dasselbe gilt für Tiere.
  • In Deva– und Brahma-Reichen ist der Manomaya Kāya der einzige Kāya (Körper). Die Geburt dort erfolgt unmittelbar, nicht via Gebärmutter oder Ei. Siehe Körperformen in 31 Reichen.

Hadaya Vatthu definiert das Bhava

6. Ein Lebensstrom ist IMMER ein spezifischer Manomaya Kāya (mit Hadaya Vatthu), was durch kammische Energie erzeugt wird. Der Geistkörper resultiert also aus einem bestimmten Kamma. Zum Beispiel kann ein starkes puñña Kamma einen Menschen- oder Deva-Manomaya Kāya erzeugen. Andererseits erzeugt ein starkes apuñña (pāpa) Kamma z.B. den Manomaya Kāya eines Tieres.

  • Der wesentliche Bestandteil eines Manomaya Kāya ist Hadaya Vatthu, wo Cittā entstehen (cittaja kāya).
  • Am Ende eines Bhava wechselt der Lebensstrom zu einem neuen Manomaya Kāya/Hadaya Vatthu, was mit dem neuen Bhava kompatibel ist. Hadaya Vatthu „erbt“ alle Anusaya (verborgene Verunreinigungen). Dies geschieht jedoch über Viññāṇa Dhātu. Nichts „bewegt sich materiell“ von einer Existenz zur nächsten.
  • Nehmen wir zum Beispiel an, ein Deva Bhava endet und ein Menschen-Bhava wird ergriffen. Am Ende des Deva Bhava stirbt die Hadaya Vatthu des Deva (und die Pasāda Rupa). Einen Augenblick später wird eine Menschen-Gandhabba in Paraloka mit neuer Hadaya Vatthu (und Pasāda Rupa) erscheinen.
  • Nichts aus dem Deva Bhava „reist“ ins Menschen-Reich. Nur der Manomaya Kāya des Menschen wird im Menschen-Reich durch kammische Energie geschaffen.

Viele Geburten (mit physischen Körpern) innerhalb eines Menschen-Bhava möglich

7. Angenommen, das Menschen-Bhava begann im Jahr 1900 im obigen Beispiel (Absatz 6). Dann wird diese Gandhabba 1950 als „John Smith“ geboren, lebt 50 Jahre lang und stirbt im Jahr 2000. Während seines Lebens würde er sich nicht an ein früheres Leben erinnern, da es in einem Deva-Reich stattfand. Als John Smith starb, verließ die Gandhabba den toten Körper und wurde 2005 erneut in eine Gebärmutter gezogen, geboren und erhielt den Namen Peter Jung. Wenn Peter Jung ein paar Jahre alt ist, kann er sich vielleicht an sein früheres Leben erinnern, in dem er John Smith hieß.

  • Mit dem oben beschriebenen Mechanismus können wir also die  Berichte vieler Kinder weltweit über ihr früheres Leben erklären.
  • Wie würden sie die Berichte über Wiedergeburten erklären, wenn man nicht glaubt, dass es diese Gandhabba gibt?

Zwei benachbarte Bhava sind gegeneinander abgeschirmt

8. Betrachten wir einen Lebensstrom, der von einem Deva Bhava zu einem Menschen-Bhava übergeht. Beim Ende des Deva Bhava verschwindet der Manomaya Kāya aus diesem Deva-Reich.

  • Im nächsten Moment erschafft die kammische Energie den neuen Manomaya Kāya eines Menschen, der in Paraloka erscheint. Es kann viele Jahre dauern, bis diese Gandhabba in einen passenden Mutterleib gezogen wird.
  • Diese Menschen-Gandhabba wird meist keine Erinnerung an die vorherige Deva-Existenz haben. Ein Bhava ist vom anderen getrennt.
  • Auch wenn sich einige Menschen an frühere Leben als Mensch erinnern können, ist es unwahrscheinlich, dass sich ein Mensch an ein Leben in einem anderen Bhava erinnert.
  • Menschen mit abhiññā-Kräften können sich jedoch an Leben in mehreren Bhava erinnern. Ein Buddha kann so viele Leben abrufen, wie er möchte.

Pubbe Nivāsānussati Ñāṇa und Cutūpapāta Ñāṇa

9. Nur einige Menschen können sich an ein vergangenes Leben erinnern; normalerweise ist es nur das direkte vorherige Leben. In seltenen Fällen kann sich eine Person an mehrere frühere Leben (im selben Bhava) erinnern.

  • Kultiviert man das vierte Jhāna (ariya oder anariya), kann man sich jedoch an mehrere vergangene Leben erinnern. Diese Fähigkeit variiert von Person zu Person und nimmt mit der weiteren Kultivierung des Jhāna zu.

In der Nacht seiner Erleuchtung erlangte der Buddha drei Arten von höherem Wissen:

  1. Die Fähigkeit, sich an vergangene Leben mit Geburten als Mensch zu erinnern (pubbe nivāsānussati ñāṇa),
  2. Die Fähigkeit, Cuti (Ende des Bhava) und Paṭisandhi (Ergreifen eines neuen Bhava) eines jeden Lebewesens zu sehen (cutūpapāta ñāṇa).
  3. Mit Erlangung der Buddhaschaft hatte er auch āsavakkhaya ñāṇa. Das beinhaltet das Erfassen der vier edlen Wahrheiten und des edlen achtfachen Pfades zu Nibbāna.

10. Das erste Wissen erlaubte dem Buddha, sich an vergangene Leben im Menschen-Bhava zu erinnern (von ihm oder jeder anderen Person). Das Wort „nivāsa“ bedeutet „Haus“. Das bezieht sich auf die „Höhle“, die eine Gandhabba bewohnt (d.h. einen physischen Körper).

  • Das nächste Nāṇa war das cutūpapāta ñāṇa. Hier kommt das Wort cutūpapāta von cuti (Tod) und uppatti (Geburt). Das bezieht sich auf das Ende eines Bhavas und den Beginn eines neuen Bhavas. Cutūpapātañāṇa erlaubt es einem Buddha, die Entwicklung eines Lebensstroms von Bhava zu Bhava zu verfolgen, so weit er will.
  • Diese beiden Arten von Nāṇa erlaubten es dem Buddha, Paṭicca Samuppāda herauszufinden, d.h. wie sich ein Lebensstrom von Bhava zu Bhava bewegt, basierend auf dem Kamma. Das führte zum Erreichen von āsavakkhaya ñāṇa und der Buddhaschaft.
  • Der Unterschied zwischen den ersten beiden Nāṇa ist, dass es beim ersten Wissen nur um Geburten mit physischem Menschenkörper geht. Das zweite Wissen ist eine erweiterte Version des ersten, was die vollständige Entwicklung eines Lebensstroms zeigt. Ohne den Gandhabba-Mechanismus wäre das erste Nāṇa nicht notwendig.
  • Diejenigen, die nicht an das Gandhabba-Konzept glauben möchten, können auch den Unterschied zwischen diesen ersten beiden Wissen nicht erklären.

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