Höchste Qualitäten von Buddha, Dhamma, Sangha

1. Es ist Tradition, eine Meditation mit einer Hommage an den Buddha (Namaskāraya) zu beginnen:

  • Namo tassa bhagavato arahato sammāsambuddhassa
  • Namo tassa bhagavato arahato sammāsambuddhassa
  • Namo tassa bhagavato arahato sammāsambuddhassa

und dann die höchsten Eigenschaften von Buddha, Dhamma, Saṅgha zu rezitieren.

Hier ist ein Rezitat vom ehrwürdigen Thero. Gewöhnlich wird es dreimal rezitiert:

Zur Bedeutung siehe Namaskāraya.

Die 24 höchsten Qualitäten

2. Die höchsten Qualitäten teilen sich wie folgt auf: Buddha (9), Dhamma (6), Saṅgha (9). Zusammen macht das 24.

  • Diese werden in mehreren Suttā im Dīgha Nikāya des Tipiṭaka aufgelistet und besprochen.
  • Siehe zum Beispiel Abschnitt 10. Dhammādāsadhammapariyāya der Mahā Parinibbāna Sutta (DN 16).
  • Der Buddha sagt Ananda, wenn man Sotapanna wird, würde man beginnen, diese Eigenschaften zu verstehen und „unzerbrechlichen Glauben“ in Buddha, Dhamma, Saṅgha haben (Tiratana bzw. drei Juwelen).

3. Die 24 höchsten Qualitäten werden suvisi guṇa genannt, mit suvisi = 24 und guṇa = Qualitäten. Es gibt zwei Möglichkeiten, diese 24 Eigenschaften zu interpretieren und zu nutzen.

  • Das Singen dieser Eigenschaften kann eine beruhigende Wirkung auf den Geist haben und wird normalerweise vor einer formellen Meditationssitzung durchgeführt.
  • Die Bedeutung des Wortes vandanā ist va + andha + nā, mit va = vaya bzw. „zerstören“, andha = blind, = nyāya bzw. Verfahren. Damit ergibt sich als Übersetzung für vandanā: “ Verfahren, um moralische Blindheit loszuwerden (und Nibbāna zu erreichen)“. Der Weg zum Erreichen von Nibbāna ist im Tiratana vandanā kodiert.
  • Dieser Gesang wird Tiratana vandanā (Tiratana = drei Juwelen) oder alternativ Tisarana vandanā genannt („Führung durch die drei Juwelen“). Man sollte sie natürlich korrekt rezitieren.
  • Hier ist eine Aufnahme der Tiratana vandana vom ehrwürdigen Thero:
  • Die Rezitation sollte an Stellen pausieren, an denen ein Koma steht, um jede Qualität einzeln anzugeben, nicht in der Mitte stoppen (z.B. keine Unterbrechung in anuttaro purisadamma sārathi). Siehe unten.

4. Diese Eigenschaften können nur teilweise angegeben und niemals vollständig erfasst werden. Wenn eine Person mit Doktortitel in Mathematik einem Schüler der ersten Klasse Addition/Subtraktion lehrt, wird der Schüler die Fähigkeiten des Lehrers nicht vollständig einschätzen können. Wenn derselbe Schüler aufwächst und später von demselben Lehrer an einer Universität höhere Mathematik lernt, kann er die Fähigkeiten des Lehrers schon besser einschätzen.

  • Ebenso können die Eigenschaften der drei Juwelen nur durch mehr Lernen des Dhamma gewürdigt werden.

Höchste Eigenschaften des Buddha

5. Korrektes Rezitat: itipi so bhagavā arahaṃ sammāsambuddho vijjācaraṇasampanno sugato lokavidū anuttaro purisadammasārathi satthā devamanussānaṃ buddho bhagavā’ti.

  • Es ist unbedingt erforderlich, den Ausdruck „itipi sō“ in zwei Wörter zu unterteilen. bedeutet „er“.
  • Viele rezitieren es als ein Wort „itipisō“ und das ergibt nicht nur eine falsche, sondern auch eine abfällige Bedeutung: pisō steht für pisācha bzw. ein „niederes Wesen wie ein Preta„.
  • Itipi sō Bhagavā“ bedeutet „wegen (der folgenden Eigenschaften) ist er (Buddha)“.

6. Es gibt 9 Eigenschaften des Buddha, die im obigen Vers angegeben sind. Jede Qualität soll für einen Menschen unmöglich vollständig zu beschreiben sein.

  • Wenn man mehr und mehr Dhamma lernt, beginnt man wirklich, den Wert eines Buddha zu verstehen. Es wird gesagt, dass ein Anāgāmi die Eigenschaften eines Buddha besser verstehen kann als ein Sōtapanna und ein Arahant noch besser.

7. Hier ist die Liste der 9 Qualitäten eines Buddha:

  • arahaṃ a + rahaṃ bzw. „keine Spur von Verunreinigung (Anhaftung an Sinnesfreuden)“.
  • sammāsambuddhōsan + mā + sambhava + uddha bzw. „der den Weg gefunden hat, sich von dieser leidvollen Welt zu distanzieren, durch entfernen von San“.
  • vijjācaraṇasampannovijjā (Wissenschaft oder Wissen) + caraṇa + san + pannō bzw. „perfektes Wissen darüber, wie die Welt aus San entsteht“.
  • sugatō – ultimativ in su + gati oder „gute Gati/Qualitäten“.
  • lōkavidulōka + vidü bzw. „die Fähigkeit, jede der drei Welten zu untersuchen und zu erklären, die alles umfassen: Welt der mentalen Formationen (saṅkhāraloka), Welt der Wesen (sattaloka), Welt der Dinge (okasaloka)“.
  • anuttaro purisadammasārathi purisa ist hier kein Geschlecht: Purisa Dhamma sind die höchsten Qualitäten; anuttara = „unübertroffen“.
  • satthā devamanussanan – Lehrer der himmlischen und menschlichen Wesen.
  • buddhō – perfekt erleuchtet, entwurzelt alle „bhava“ (bhava + uddha).
  • bhagavā oder bhagavathbha + ga + vatha – „fähig, den Ursprung eines Lebewesens auf viele verschiedene Arten zu untersuchen“. Hier steht bha für bhava oder Existenz und ga bedeutet „Verbindung/Beziehung“. Vatha ist die Form eines Wesens.

8. Das sind nicht die einzigen Bedeutungen. Da jedes Wort die unendlichen Eigenschaften des Buddha beschreibt, gibt es auch andere Bedeutungen. Daher sollte man sich nicht zu sehr an die obigen Übersetzungen klammern.

  • Am besten rezitiert man immer in Pāli. Wenn das Verständnis wächst, wird man die Bedeutungen besser erkennen.
  • Pāli ist eine phonetische Sprache. Bedeutungen kommen über Töne. Daher ist es unerlässlich, den obigen Pāli-Vers nach besten Kräften zu rezitieren. 

Höchste Eigenschaften des Dhamma

9. Es gibt sechs höchste Eigenschaften des Dhamma:

Svākkhāto bhagavatā dhammo sandiṭṭhiko akāliko ehipassiko opaneyyiko paccattaṃ veditabbo viññūhī’ti

Bhagavathā Dhammō ist das vom Buddha gelehrte Dhamma.

  • svākkhāto – führt zur Beseitigung des sansarischen Leidens durch Verlassen der 31 Reiche. Hier bedeutet svakkata, das Konzept eines „Ich“ (asmi māna) loszuwerden (sva =„selbst“ und akkata/ akrutha/akriya bedeutet, „außer Gefecht setzen“). Es geht nicht darum, ob ein „Selbst“ existiert oder nicht. Es ist vielmehr zu erkennen, dass nichts auf dieser Welt wert ist, als „ich“ und „mein“ betrachtet zu werden.
  • sandiṭṭhika – „san verstehen/sehen“  (san + diṭṭhi), also die Ursache für Existenz in dieser Welt.
  • akalikō – Dieses Dhamma ändert sich nicht im Laufe der Zeit. Es ist dasselbe Dhamma, was von allen Buddhas gelehrt wird (a + kālika). Eine andere Bedeutung ist, „Beseitigung der Dunkelheit (aufgrund von avijjā)“; mit kalu = „schwarz“ oder „dunkel“.
  • ehipassikō ehi + passika oder „entfernt Verunreinigungen (passika), wenn ein arammana erscheint (ehi)“. Man wartet nicht darauf, Verunreinigungen in einer formellen Meditation zu entfernen. Vielmehr kümmert man sich in jedem Moment darum, wenn ein unmoralischer Gedanke auftaucht (mit Ānāpānasati oder Satipaṭṭhāna).
  • ōpanayikō ōpa + naikō, mit ōpa =upata oder „Ursprünge“ und nyāya = „Prinzip“ oder „Natur“. Es bedeutet, dass man versteht, wie Existenz (bhava /jati) entsteht.
  • paccattam vedittabbō vinnuhi – paccayā kann verstanden werden, wenn man die Ursprünge betrachtet (veda oder vedisch): vedittabbō. Vinnu bedeutet, „das Verborgene kann gesehen werden“ (wie etwas in einem Gefäß versteckt, was durch Öffnen des Deckels sichtbar wird). Alles in dieser Welt entsteht durch Paṭicca Samuppāda. Auf diese Weise kann man mit dem Dhamma „durchschauen“, wie diese Welt zusammen mit all dem Leiden entsteht.

Höchste Eigenschaften des Saṅgha

10. Saṅgha meint nicht Bhikkhu. Saṅgha bedeutet die Edlen oder Ariyā, diejenigen mit Magga Phala (Saṅgha = san + gha,  san entfernen“).

Suppaṭipanno bhagavato sāvakasaṅgho, ujuppaṭipanno bhagavato sāvakasaṅgho, ñāyappaṭipanno bhagavato sāvakasaṅgho, sāmīcippaṭipanno bhagavato sāvakasaṅgho yadidaṃ cattāri purisayugāni aṭṭha purisapuggalā, esa bhagavato sāvakasaṅgho āhuneyyo pāhuneyyo dakkhiṇeyyo añjalikaraṇīyo anuttaraṃ puññakkhettaṃ lokassā’ti.

11. Bhagavatō savakasanghō bedeutet „edle Schüler des Buddhas“. Die ersten vier Verse beschreiben vier edle Eigenschaften: suppaṭipanno, ujuppaṭipanno, ñāyappaṭipanno, sāmīcippaṭipanno.

  • Paṭipanno bedeutet „solche Qualität haben“: su bedeutet „Güte“ und „Moral“; „uju“ bedeutet „unkompliziert“ und „nicht krumm im Charakter“; „nāya“ bedeutet „ñāṇa“ oder „weise“; „sāmici“ bedeutet „angenehm in Verbindung zu stehen“. Damit kann man sich die Verse einigermaßen erschließen. Aber wie bei all diesen Qualitäten ist es nicht möglich, sie vollständig zu beschreiben.

12. „Yadidaṃ cattāri purisayugāni aṭṭha ​​purisapuggalā“ bedeutet „auf diese Weise werden acht Arten von Personen (aṭṭha ​​purisapuggalā) von vier edlen (purisa) Linien beschrieben“. Acht Arten ergeben sich, wenn man jede Stufe in zwei unterteilt: z.B. Arahant Magga und Arahant Phala.

13. Beginnend mit „esa bhagavato sāvakasaṅgho“ („diese edlen Anhänger des Buddhas“) werden fünf weitere Eigenschaften genannt: āhuneyyo pāhuneyyo dakkhiṇeyyo añjalikaraṇīyo anuttaraṃ puññakkhettaṃ lokassa.

  • Hier bedeutet neyyō das Niyama Dhamma oder „Kernprinzip der Natur“, auch nyāma genannt. Dann steht āhu für „erfassen“, pāhu für „untrennbar“ oder „miteinander verschmolzen“, dakkhi für „sehen“. Somit haben diese Anhänger „die Grundprinzipien der Natur (paṭicca samuppāda) klar gesehen, erfasst und sie sind untrennbar damit verbunden“.
  • Aus diesem Grund können sie die Ursachen (Nahrung) auflösen und beseitigen, welche die sansarische Reise befeuern (anjalikaraneeyō). Hier steht an für „āhara“ oder „Nahrung/Ursachen“, jali ist „Wasser“ (auflösen) und karaṇīyo bedeutet „tun“. Eine andere Bedeutung von an ist „Hörner“ mit scharfen Spitzen (wie bei einem Stier), die andere verletzen können. In dem Fall bedeutet añjalikaraṇīyo , „die Spitzen entschärfen/aufzulösen“ (indem man Metta kultiviert), damit man andere nicht verletzt.
  • anuttaraṃ puññakkhettam: anuttara ist „unübertroffen“, puñña ist „verdienstvoll“ und khetta steht für „Feld“. Es bedeutet, dass diese Anhänger „wie fruchtbare Felder sind, die anderen unbegrenzte Ressourcen zur Verfügung stellen können“ (wie ein gut bestellter Acker viel Ernte einbringt).

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