Kusala-Mula Paticca Samuppada

1. Die Kusala-Mula-Version von Paticca Samuppada (PS) ist selbst in den aktuellen Theravada-Texten nicht beschrieben, obwohl sie im Tipitaka ist. Dies liegt daran, dass seit der Zeit von Buddhaghosa alle Theravada-Texte seinem Visuddhimagga folgten anstatt dem Tipitaka.

  • Das bedeutet, dass der PS-Prozess um Nibbana zu erreichen, seit mehr als 1500 Jahren nicht beschrieben wurde. Kein Wunder also, dass Nibbana all die Jahre im Verborgenen blieb.
  • Kusala-Mula PS beschreibt den PS-Prozess zum Handeln mit Alobha, Adosa, Amoha (d.h. ohne die Dasa Akusala).

2. Man wird in diese Welt aufgrund von sechs Hauptursachen geboren.

  • Man wird in den Apayas  geboren  (und ist auch in den „guten“ Reichen dem Leiden ausgesetzt), weil man schlechtes Gathi vor allem aufgrund von Lobha, Dosa, Moha angesammelt hat. Der akusala-mula PS arbeitet, wenn Taten, Rede und Gedanken mit diesen drei Ursachen stattfinden. Siehe Akusala-Mula Paticca Samuppada.
  • Man wird in die „guten Reiche“ geboren (und erlebt weltliche Sinnesfreuden) aufgrund von gutem Gathi, was man mit Alobha, Adosa, Amoha angesammelt hat. Der kusala-mula PS arbeitet, wenn Taten, Rede und Gedanken mit diesen drei Ursachen stattfinden.

3. Die Schritte im Kusala-Mula PS Zyklus sind folgende:

kusala-mula paccaya sankhara; sankhara paccaya vinnana; vinnana paccaya namarupa, namarupa paccaya salayatana, salayatana paccaya phasso, phassa paccaya vedana, vedana paccaya cittapasado, cittapasada paccaya adhimokkho, adhimokkho paccaya bhavo, bhava paccaya jati, jati paccaya jara, maranan, eva me tassa dhammanan samudhayo hoti

Blau markiert sind die vom Akusala-Mula PS abweichenden Begriffe. Hier werden pavutti und uppatti PS zusammen beschrieben.

4. Mit Kusala-Mula als Bedingung akkumuliert man punnabhi Sankhara.

  • Hier bedeutet Kusala-Mula die Taten, welche mit Alobha, Adosa, Amoha getan werden. Man wünscht sich nichts im Gegenzug, weil der Geist automatisch alles in den 31 Reichen ablehnt.

5. Mit punnabhi Sankhara als Bedingung entsteht punnabhi Vinnana. Dieses punnabhi Vinnana wird als Kamma Bhava angesammelt und kann zu entsprechend „gutem“ Namarupa führen (im pavutti Paticca Samuppada) oder einer neuen „guten Geburt“ (im uppatti Paticca Samuppada) .

  • Da das Sankhara mit einer Kusala-Mula Tat generiert wurde, entsteht nur ein Kusala-Mula Vinnana:Pati+ichcha Sama+uppada“. Die Charakteristik dieses Kusala-Mula Vinnana ist der Wunsch nach Nibbana (es ist Chanda, nicht Kamachanda).

6. Mit punnabhi Vinnana als Bedingung entsteht Namarupa.

  • Die Namarupa werden entsprechend erzeugt: Geist und Körper sind auf verdienstvolle Taten eingestellt. Beim Tod entspricht das Patisandhi Vinnana erneut dem Kusala-Mula Vinnana und eine Geburt in den unteren vier Reichen wird für einen Sotapanna vermieden. Ein Anagami vermeidet hingegen eine Geburt in den unteren 11 Reichen (Kamaloka).

7. Mit Namarupa als Bedingung enstehen die Salayatana.

  • Die Salayatana (sechs Sinnestore) sind nur auf verdienstvolle Taten abgestimmt. Bei einer neuen Geburt entstehen die Sinnesfähigkeiten entsprechend.

8. Mit Salayatana als Bedingung entsteht Phasso.

  • Beachten Sie bitte, dass hier nur „phassa“ und nicht „san phassa“ bzw. „samphassa“ entsteht. Siehe Akusala-Mula Paticca Samuppada.
  • Die Kontakte mit der Außenwelt sind auf die Suche nach Nibbana eingestellt: Dhamma lernen und praktizieren.

9. Mit Phassa als Bedingung entstehen Vedanā.

  • Durch solche Wechselwirkungen genießt man den Kontakt mit Dhamma, das wahre Wissen und Verstehen.

10. Mit Vedana als Bedingung entsteht Cittapasadi.

  • „Ruhe des Bewußtseins“ ist die Standard-Übersetzung für Cittapasadi. Es ist eine Art freudiges Gefühl und Leichtigkeit des Herzens.

11. Mit Cittapasadi als Bedingung entsteht Adhimokkho.

  • Adhimokko wird in der Regel als „Entscheidung“ oder „Entschlossenheit“ übersetzt, wobei Saddha maximiert wird. Hier wird der Geist entschieden hin zu Nibbana gezogen. Der Geist kühlt ab.

12. Mit Adhimokkho als Bedingung entsteht Bhava.

  • Die sich ergebende Existenz bzw. Bhava passt zum Geisteszustand: „Pati+ichcha Sama+uppada“. Man „lebt“ diese Erfahrung. Wenn es eine Wiedergeburt beim Patisandhi ist, wird ein geeignetes Bhava ausgewählt entsprechend dem Kamma Nimitta. Hier haben alle apayagami Kamma-Samen, die in der fernen Vergangenheit erworben wurden, keine Cance in den Vordergrund zu rücken und eine Wiedergeburt in den unteren vier Reichen wird verhindert.

13. Mit Bhava als Bedingung entsteht Jathi.

  • Das passende Jathi (Sotapanna, Sakadagami, Anagami) wird in einem geeigneten Reich erfolgen.

14. Mit Jathi als Bedingung enstehen jara, maranan, eva me tassa dhammanan samudhayo hoti“.

  • Jeder Ariya unterliegt auch dem Verfall und Tod, solange er/sie in einem der 31 Reiche lebt. Aber hier wird die Verbindung zu Dukkha nicht gezeigt, weil man dazu bestimmt ist Nibbana zu erreichen.

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