Kusala-Mula Paticca Samuppada

1. Kusala Mula Paticca Samuppada ist selbst in den aktuellen Theravada-Texten nicht beschrieben, obwohl sie im Tipitaka ist. Dies liegt daran, dass seit der Zeit von Buddhaghosa alle Theravada-Texte seinem Visuddhimagga folgten anstatt dem Tipitaka.

  • Das bedeutet, dass der PS-Prozess um Nibbana zu erreichen, seit mehr als 1500 Jahren nicht beschrieben wurde. Kein Wunder also, dass Nibbana all die Jahre im Verborgenen blieb.
  • Kusala-Mula PS beschreibt den PS-Prozess zum Handeln mit alobha, adosa, amoha und mit Verstehen der vier edlen Wahrheiten. Er ist im Kusalaniddesa des Paṭiccasamuppādavibhaṅga Vb 6 enthalten.

2. Man wird in diese Welt aufgrund von sechs Hauptursachen geboren.

  • Man wird in den Apāyā bzw. Dugati geboren (und ist auch in den „guten“ Reichen dem Leiden ausgesetzt), weil man schlechtes Gathi vor allem aufgrund von Lobha, Dosa, Moha angesammelt hat. Der akusala-mula PS arbeitet, wenn Taten, Rede und Gedanken mit diesen drei Ursachen stattfinden. Siehe Akusala-Mula Paticca Samuppada.
  • Man wird in die „guten Reiche“ bzw. Sugati geboren (und erlebt weltliche Sinnesfreuden) aufgrund von gutem Gati, was man mit  weltlichem alobha, adosa, amoha angesammelt hat. Damit tut man Gutes wie anderen helfen, freundliches Auftreten, hilfreiche Worte usw. (punna kamma). Diese Handlungen führen jedoch nicht nach Nibbana und sie stoppen nicht Samsara.

3. Die Einzigartigkeit von Buddha Dhamma zeigt, dass es zwei Ebenen von alobha, adosa, amoha gibt.

  • Alle Religionen lehren, mit alobha, adosa, amoha zu handeln. Natürlich riet auch der Buddha dazu. Will man jedoch zukünftiges Leiden im Wiedergeburtsprozess stoppen, MUSS man die Gefahren in Samsara erkennen. Dies kann auf drei verschiedene Arten des Verstehens ausgedrückt werden: die vier edle Wahrheiten, Paṭicca Samuppāda, Tilakkhana.
  • Mit diesem Verständnis hebt man alobha, adosa, amoha auf eine ganz neue Ebene. Man beschäftigt sich jetzt mit „guten Taten“ und sucht nicht nach „guten Wiedergeburten“, sondern nach Befreiung von Geburt. Jetzt ist das Ziel Nibbāna.
  • Gute Taten ohne tieferes Verstehen der vier edlen Wahrheiten sind puñña kammā. Mit puñña kammā bekommt man „gute Wiedergeburten“. Beginnt man die vier edlen Wahrheiten zu verstehen, werden solche Handlungen AUTOMATISCH zu kusala kammā und sie helfen, Nibbāna zu erreichen.

4. Es ist der kusala-mula-Paṭicca-Samuppāda-Prozess, der zu Nibbāna führt. Deshalb beginnt dieser PS-Prozess mit „kusala-mula paccayā saṅkhāra“.

  • Der akusala-mula-Paṭicca-Samuppāda-Prozess hält den Wiedergeburtsprozess bzw. Samsara aufrecht. Puñña kamma, was mit weltlichem alobha, adosa, amoha getan wird, ist AUCH in „avijjā paccayā saṅkhāra“ des akusala-mula Paṭicca Samuppāda enthalten.
  • Es ist wichtig, diese Unterscheidung zu verstehen. Die weltlichen Versionen von alobha, adosa, amoha führen immer noch zu akusala-mūla-PS-Zyklen, die ein Wesen im Wiedergeburtsprozess festhalten. Erst wenn man beginnt, die vier edlen Wahrheiten (bzw. die Funktionsweise von Paṭicca Samuppāda bzw. die Tilakkhana) zu verstehen, beginnt der kusala-mūla-PS-Prozesses zu arbeiten.

5. Die Schritte im Kusala-Mula PS Zyklus sind folgende:

kusalamūla paccayā saṅkhāro, saṅkhāra paccayā viññāṇaṃ, viññāṇa paccayā nāmarupaṃ, nāmarupa paccayā salāyatanaṃ, salāyatana paccayā phasso, phassa paccayā vedanā, vedanā paccayā pasādo, pasāda paccayā adhimokkho, adhimokkha paccayā bhavo, bhava paccayā jāti, jāti paccayā jarā maraṇaṃ. Evametesaṃ dhammānaṃ samudayo hoti.

Fett markiert sind die vom akusala-mula PS abweichenden Begriffe. Hier werden pavutti und uppatti PS zusammen beschrieben.

6. Mit Kusala-Mula als Bedingung akkumuliert man kusala mula sankhara.

  • Hier bedeutet kusala-mula sankhara die Taten, welche mit lokottara alobha, adosa, amoha getan werden (lokuttara kusala citta). Man wünscht sich nichts im Gegenzug, weil der Geist automatisch alles in den 31 Reichen ablehnt.

7. Mit kusla mula sankhara als Bedingung entsteht kusala mula vinnana.

  • Da das Sankhara mit einer kusala-mula Tat generiert wurde, entsteht nur kusala-mula vinnana:pati+ichcha sama+uppada“. Die Charakteristik dieses kusala-mula vinnana ist der Wunsch nach Nibbana (es ist chanda, nicht kamachanda).

8. Mit kusala mula vinnana als Bedingung entstehen gute oder kusala mula namarupa.

  • Namarupa werden entsprechend erzeugt: Geist und Körper sind auf verdienstvolle Taten eingestellt. Beim Tod entspricht das Patisandhi Vinnana erneut kusala-mula vinnana und eine Geburt in den unteren vier Reichen wird für einen Sotapanna vermieden. Ein Anagami vermeidet hingegen eine Geburt in den unteren 11 Reichen (kamaloka).

9. Mit namarupa als Bedingung entstehen salayatana.

  • Die Salayatana (sechs Sinnestore) sind auf verdienstvolle Taten abgestimmt. Bei einer neuen (ariya) Geburt entstehen die Sinnesfähigkeiten entsprechend, d.h. die apaya werden vermieden und gute Geburten werden angestrebt.

10. Mit salayatana als Bedingung entsteht phasso.

  • Hier ist nur phassa und nicht san phassa bzw. samphassa gemeint. Siehe Akusala-Mula Paticca Samuppada.
  • Die Kontakte mit der Außenwelt sind auf die Suche nach Nibbana eingestellt: Dhamma lernen und praktizieren.

11. Mit phassa als Bedingung entstehen vedanā.

  • Durch solche Wechselwirkungen genießt man den Kontakt mit Buddha Dhamma, das wahre Wissen und Verstehen.

12. Mit vedana als Bedingung entsteht citta pasāda.

  • „Ruhe des Bewußtseins“ ist die Standard-Übersetzung für citta pasada. Es ist eine Art freudiges Gefühl und Leichtigkeit des Herzens.

13. Mit citta pasada als Bedingung entsteht adhimokkho.

  • Adhimokko wird in der Regel als „Entscheidung“ oder „Entschlossenheit“ übersetzt, wobei saddha maximiert wird. Hier wird der Geist entschieden hin zu Nibbana gezogen. Der Geist kühlt ab.

14. Mit adhimokkho als Bedingung entsteht (ariya) bhava.

  • Die sich ergebende Existenz bzw. bhava passt zum Geisteszustand: „pati+ichcha sama+uppada“. Man „lebt“ diese Erfahrung. Wenn es eine Wiedergeburt beim Patisandhi ist, wird ein geeignetes Bhava ausgewählt entsprechend dem Kamma Nimitta. Hier haben alle apayagami Kamma-Samen, die in der fernen Vergangenheit erworben wurden, keine Chance in den Vordergrund zu rücken und eine Wiedergeburt in den unteren vier Reichen wird verhindert. Natürlich wird ein Arahant nicht mehr wiedergeboren.

15. Mit bhava als Bedingung entsteht jati.

  • Das passende Jati (Sotapanna, Sakadagami, Anagami) wird in einem geeigneten Reich erfolgen.

16. Mit jati als Bedingung enstehen jara, maranan, eva me tassa dhammanan samudhayo hoti.

  • Jeder Ariya unterliegt auch Verfall und Tod, solange er/sie in einem der 31 Reiche lebt. Aber hier wird die Verbindung zu dukkha nicht gezeigt, weil man dazu bestimmt ist Nibbana zu erreichen. Also anstelle “jāti paccayā jarā, marana, soka paridēva dukkha dōmanassupāyasā sambhavan’tiendet es hier mit „eva me tassa dhammanan samudhayo hoti„.
  • Statt zukünftigem Leiden bilden sich Bedingungen für das Erreichen von Nibbana.

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